Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 14 (1858)
- Issue
- 4-6 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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79 Mund verzerrt, ohne das Wohlwollen im Herzen zu tragen? Dies das schwere Märtyrerthum!" Weist nicht Dr. G. mit diesen Worten alles Leiden und Dulden als eine falsche Sache ab? Und doch ruft er aus: „das Judenthum mit seiner Dulderenergie!" Das Talmudjudenthum kannmit Recht von „Dulderenergie" sprechen; aber das deutsche Judenthum kann Noch Wenig oder Nichts davon sagen. Wir wollen nicht fragen, ob denn etwa in dem „aufgefundenen Briefwechsel" sich ein solcher stiller Duldersinn ausspricht, wenn es z. B. S. 26 heißt: „ein edler männlicher Stolz muß eine unüberfteigliche Schranke für ihn — den Ehrenmann — bilden gegen den Austritt aus dem Jzidenthume, so lange diesem nicht die volle und ungeschmälerte bürgerliche Gleichstellung und Ebenbürtigkeit thatsächlich gewährt wird!;" wir wollen nicht andere Proben von Dulderstnn in andern Ergießungen des deutschen Judenthums anführen, sondern nur noch eine Behauptung Dr. G's. über sein Judenthum berücksichtigen, die das demselben beizulegen scheint und beilegen soll, was wir, wie eben gesagt, an demselben vermissen. Diese Behauptung lautet S. 13 also: „Grundlage bleibt der Glaube, den Sie theilen, der das Eigenthum Ihrer und meiner Vorfahren war, der die Menschheit erzieht und erhebt." Wir gestehen gern zu, daß „der Glaube, der das Eigenthum" der frommen Väter zur Zeit des Alten Testamentes war, die Kraft enthält, die Menschheit zu „erziehen und zu erheben." Die Propheten weisen ja auch fortwährend darauf hin, daß alle Heiden den Herrn erkennen sollen, daß durch den Knecht Jehovahs, den Messias, nicht nur Israel, sondern auch den Heiden bis an der Welt Ende Licht und Heil gebracht werden solle. Die Geschichte der letzten 1800 Jahre giebt doch wohl auch Beweis genug, ob und wie das geschehen ist. Daß in dieser Zeit viele Millionen Heiden aus ihrem heidnischen Elend, Finsterniß und Unwissenheit errettet, „erzogen und erhoben" worden sind, wird doch wohl Dr. G. nicht in Abrede stellen. — Ob aber „der Glaube," der in den letzten 1800 Jahren „das Eigenthum der Vorfahren" Dr. G's. war, „die Menschheit," oder auch nur einen Theil derselben „erzogen und erhoben" habe, das möchten wir uns von Dr. G. gern Nachweisen lassen. Sehen wir auch nur auf das Volk, in welchem dieser Glaube ohne Unterlaß