Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 14 (1858)
- Issue
- 4-6 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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74 lichen Weihe des Judenthums denken sollen; soll damit auf die Gesetzgebung am Sinai hingedeutet werden, und festlich so viel heißen, - wie feierlich? oder wird auf die Feste Israels gewiesen, die dem Judenthum seine eigentliche Wethe geben? ist von der festlichen Weihe des ursprünglichen, alten Judenthums die Rede, oder von „der festlichen Weihe," mit welcher G's. Judenthum eingeweiht worden sein soll? Was „die festliche Weihe" am Sinai mit dem heutigen Reformjudenthum gemein hat, wissen wir nicht, da ja G. bekanntlich „Vieles vom Ceremontalgesetz," auch nach „Discusston" noch ein Mehreres und zuletzt Alles „preisgiebt," was nicht schon längst vorher abgethan war. Die Feste Israels, wie sie namentlich seit 1800 Jahren nur in der Zerstreuung gefeiert werden, wobei bekanntlich die Hauptsache, das Opfer, fehlt, können doch nur als eine Ceremonte angesehen werden; mithin werden sie „pretsgegeben;" eS bleibt daher nur die festliche Weihe, welche daS G.'sche Judenthum verherrlicht. Wo dieses neue, noch unvollendete Judenthum seine Weihe erhalten hat, und worin dieselbe besteht, ist uns unbekannt. Gewöhnlich wird eine Sache aber erst dann eingeweiht, wenn sie fertig ist; eine Synagoge z. B. erhält ihre Weihe, wenn der Bau vollendet ist. — „Die reiche großartige Geschichte" dieses Reformjudenthums umfaßt nach vr. G's. eigener Angabe etwa 50 Jahre; das ist in der That großartig! — Ob „die Innigkeit des Familienlebens" bet dem geschichtlichen Judenthum eine größere ist, als bei dem verworfenen Talmudjudenthum, oder als bet dem vergessenen und veralteten Bibeljudenthum, oder als bei dem biblischen Christenthum, wollen wir dahin gestellt sein lassen. — Aber daß das neumodische Judenthum „mitleidigeHerzen" zu Tage fördere, davon können wir uns bis jetzt noch nicht überzeugen. Wenn eS selbst wahr wäre, was aber noch sehr die Frage ist, daß von Seiten der Reformjuden mehr Geld und Unterstützungen zu wohlthätigen Zwecken gegeben würde, so ist ja damit noch gar nicht gesagt und bewiesen, daß dies Alles aus „mitleidigen Herzen" fließt. Es hat schon Mancher große Summen zu dergleichen gegeben ohne von „Mitleid" bewegt zu sein. Mit hartem, lieblosen Herzen giebt Mancher, weil er nur sich selbst, seine Ehre, seinen