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Dibre Emeth · 1858-01-01 · 4-6 (1858) · page 25

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
14 (1858)
Issue
4-6 (1858)
Date
1858-01-01
Page
– (sequence 25)
Language
German
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73 den gewöhnlichen Sonnabenden aber sieht es wohl leider ziemlich kahl und leer aus; ja an manchen Orten mit ziemlicher jüdischer Bevölkerung kommen an den gewöhnlichen Sabbathen oft nicht so viel Personen zusammen, daß sie den Gottesdienst abhalten könnten. Wir möchten den Herrn Rabbiner Dr. G. selbst fragen, wie eS denn in seiner Synagoge an den gewöhnlichen Sabbathen aussehe, ob sie jederzeit von Jung und Alt angefüllt ist? Diese Thatsachen find aber ein schlechter Beweis für „die volle Befriedigung und wahrhafte Erbauung," die das Alter und die Jugend in der Synagoge sucht und findet! vr. Philippson läßt vielmehr die heutigen Ehrenmänner bei „Austern und Champagner" sitzen und klagt nur gar zu oft und stark über den Mangel an religiösem Sinn in der Gegenwart. Noch ruft vr. G. seinem „Ehrenmann," der „den traurigen Muth gehabt hat," gegen dieses werdende Gedanken-Judenthum „die Anklage auszusprechen, es biete ihm Nichts," mit Entrüstung und Begeisterung zu: „das Judenthum mit seiner festlichen Weihe, das Judenthum mit seiner reichen großartigen Geschichte, das Judenthum mit seiner Innigkeit deS Familienlebens, das Judenthum mit seinen mitleidigen Herzen, das Judenthum mit seinem reinen Gottesglauben, das Judenthum mit seiner mächtigen Dulderenergie bietet Nichts!" Wir würden dem Verfasser gern beistimmen und noch mehrere gute und herrliche Eigenschaften und Tugenden des JudenthumS anerkennen, wenn es nur daS Judenthum wäre, das eine „reiche großartige Geschichte" hätte! Was hilft es denn aber, einem hölzernen oder ledernen Puppenbalge die schönsten Kleider eines früheren wirklichen Kindes anziehend wird die Puppe darum schon zu einem wirklichen Kinde? Wenn das ephemerische Judenthum der heutigen Reformer Eins ist mit dem Judenthum Moses und der Propheten, oder in dem innigsten und genauesten Zusammenhänge mit demselben steht, warum bezeugt es der Verfasser nicht durch einfache Darlegung der übereinstimmenden Glaubenslehren? „Einen Gedanken, einen Gottesbegriff" hatten die anderen Völker außer den Juden auch. Durch diese deklamatorischen Ausrufe: „das Judenthum mit seiner festlichen Weihe" u. s. w. ist die Einheit zwischen Mose und vr. G. noch keineöweges dargethan. Wir wissen nicht, was wir uns unter der feü-

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