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Dibre Emeth · 1858-01-01 · 4-6 (1858) · page 22

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
14 (1858)
Issue
4-6 (1858)
Date
1858-01-01
Page
– (sequence 22)
Language
German
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70 tigung dieses Glaubens eine reiche und ehrwürdige Geschichte hindurch." Mit diesen Worten hat uns nun der Herr Rabbiner gesagt, waS das in: 19. Jahrhundert in „mächtiger Durchbildung" nicht etwa schon errungene, sondern errringende Judenthum ist. Es ist — „ein Gedanke, ein Gottesbegriff;" und wenn das zum Juden macht, dann sind doch nicht nur die Christen und die Türken, sondern auch die Hottentotten und die Buschmänner, kurz alle Menschen ohne alle Ausnahme Juden, denn schwerlich dürste auf Gottes weiter Erde Einer gefunden werden, der keinen Gedanken, keinen Gottesbegriff habe. Aber man könnte sagen, im Judenthum ist von dem „einzigen, heiligen, lebendigen Gott" die Rede. Nun wohl, fehlt eS denn aber unter den heidnischen Völkern etwa an solcher Erkenntniß, oder erklären nicht Viele, daß sie die Bilder und Gestalten nur sür Bildet halten, aber sich den Einen großen Geist unter denselben vorstellen? Zu welcher Zeit hat ein solches Judenthum eristirt? In den letzten 2000 Jahren gewißlich nicht. Ist es das ältere, wie es Moses gelehrt hat, denn es hat ja hohes, ehrwürdiges Alter? Nun und nimmermehr. Das weiß auch Dr. G. sehr wohl, und darum in seinem ganzen „aufgefundenen Briefwechsel," in allen seinen Ermahnungen und Gewiffensrügen an einen Juden, der „dem Judenthum untreu" werden will, in allen seinen Demonstrationen und Beweisen, was Judenthum ist und was nicht, in allen Declamationen und rhetorischen Schilderungen der Herrlichkeit seines greisenaltenJudenthums kein Wort von Mose, keine Erwähnung eines Propheten, als ob diese Männer gar nicht eristirt, oder als ob sie zum Heidenthum, zu den Götzendienern gehört hätten. Nun freilich, das mosaische Judenthum verlangt noch etwas ganz Anderes, als einen bloßen „Gedanken" oder „Gottesbegriff," mehr als die bloße Idee: es ist ein Gott. S. Mos. 10,12.13 heißt es: „Nun, Israel, was fordert der Herr, dein Gott, von dir, denn daß du den Herrn, deinen Gott, fürchtest, daß du in allen seinen Wegen wandelst, und liebest ihn, und dienest dem Herrn, deinem Gott, von ganzem Herzen und von ganzer Seele; daß du die Gebote des Herrn haltest und seine Rechte, die ich dir heute gebiete." Und Kap. 11,1. So sollst du nun dm Herrn, deinen Gott, lieben, und

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