Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1858-01-01 · 4-6 (1858) · page 21

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
14 (1858)
Issue
4-6 (1858)
Date
1858-01-01
Page
– (sequence 21)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2554541-2554686-2554690--02884-2558768
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

69 Weiß denn Dr. G. nicht, daß nach der einstimmigen Behauptung „der alten Lehrer" Noachiden oder auch ansäßige Fremdlinge 7 Gebote zu halten verpflichtet waren, von denen das erste den Götzendienst verbietet?' Nach vr. G's. Theorie müßten. Personen dieser Klaffe schon Juden gewesen sein; aber „den alten Lehrern" ist ein solcher Gedanke fremd. Sie haben besondere Vorschriften für die Aufnahme der Noachiden ins Judenthum, ja nach ihnen muß ein Noachide, der das Judenthum angenommen hatte und später sich wieder von demselben lossagen wollte, mit demTode bestraft werden, und dieserRücktritt heißt bet ihnen so viel, als von Gott abtreten, obgleich er die 7 Gebote so wie früher beobachten und also an den einzigen Gott glauben wollte. Was aber „die alten Lehrer" von einem Juden, der das Ceremonial - Gesetz, oder selbst irgend ein rabbinisches Gesetz vernachlässigte, hielten, ist aus einer Erzählung deS Talmuds zu ersehen, in der wir finden, daß „die alten Lehrer" einen gewissen Eleazar, Sohn des Ch az a r, in den Bann gethan haben und nach seinem Tode einen großen Stein auf seinen Sarg legen ließen, um damit anzuzeigen, daß er aus ihrer Gemeinschaft ausgeschlossen war. Und dies Alles geschah darum, weil er von dem rabbinischen Gebot des Händewaschens verächtlich gesprochen hatte, vr. G. zeigt in der That nicht einen „traurigen," sondern einen wahren Helden-„Muth," wenn er sich auf die alten Lehrer beruft, welche einen jeden Reformjuden verdammen und noch auf seinen Sarg ein Denkmal des Anathemas legen! Wichtiger als die Schriften der Propheten sind ihm demnach die Sätze der Rabbinen, und wichtiger als diese sein eigener Gedanke, sein Begriff. In diesen zwei Worten ist sein ganzes Judenthum enthalten; und es soll ein „trauriger Muth" sein zu sagen, das Judenthum bietet mir Nichts?! Ein trauriger, erbärmlicher Muth ist es, ein solches Judenthum preisen und als große Errungenschaft empfehlen zu wollen, vr. G. sagt S. 12 und 13 „das geistige Band, welches gegenwärtig alle seine — des Judenthums — Bekenner umschlingt, der Gedanke, der im deutschen Judenthum immer mehr seine Anerkennung erringt, das ist sein Wesen, das macht zum Juden. Und dieses Band besteht eben in dem reinen Gottesbegriffe, in der Bethä-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.