Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 14 (1858)
- Issue
- 4-6 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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erst noch ia der Geburt begriffen ist, sagt er ja doch mit Karra dürrm Worten, wenn er S. 13 sagt: „Das Judenthum auf seinem gegenwärtigen geschichtlich errungenen Standpunkte giebt Ihnen Vieles davon" — von dem Ceremonialgesetze — „preis; über Anderes ist eine Discusston eröffnet, über Einiges behält sich die Geschichte ihr Endurtheil noch vor, und wieder Anderes wird bei einer tieferen Erfassung als Geist und Gemüth erhebend, als lebenskräftig sich erweisen." Ist nach diesen Worten Gs. Judenthum schon geboren, ist es schon eine fertige Sache, oder ist es erst in der Geburt, im Werden? Wir wollen hier beiläufig an das „ehrwürdige hohe Alter" dieses Judenthums erinnern, auf das sich, wie oben gesagt, G. beruft. Er datirt es S. 12 von „dem letzten Jahrhundert" her, in welchem es „sich mächtig durchgebildet" habe, läßt es dann S. 13 „eine reiche und ehrwürdige Geschichte hindurch" sich „bethätigen" und zuletzt heißt es, daß es noch in der Geburt, im Werden ist. Wenn man einen Augenblick meint, Gs. Judenthum sei dasselbe, wie das eines Moses, eines David, eines Jefaias und der anderen Männer Gottes, weil er sich so sicher auf das „ehrwürdige hohe Alter" beruft, so findet man im nächsten, daß nicht nur Vieles von dem, was Moses enthält, „preisgegeben," sondern auch das Uebrige nur von dem Ausgange und Urtheil der „Diseussion" abhängen wird. Während doch Jedermann billig erwarten-sollte, G. werde sein Judenthum auf die Bibel gründen oder zu gründen versuchen, er werde namentlich in diesem Falle, da er als Rabbiner auftritt, um einem „Ehrenmann" mit seiner Lehre und Ermahnung zu Hilfe zu kommen, daß derselbe sich nicht „von der in ihm erregten üblen Laune verleiten lasse," sein irrendes Synagogenglied durch Verweisung auf die Bibel zurecht zu führen suchen : ist von der Bibel, weder von Moses noch von den Propheten, im ganzen „ aufgefundnen Briefwechsel" auch nicht mit einem Wort die Rede, kein einziger Spruch des A. T. angeführt. Das ist doch in der That ein charakteristischer Zug dieses Judenthums; ein Judenthum ohne Moses rmd die Propheten! Doch er spricht von dem „Ceremonialgesetz;" und das kann doch nur das mosaische sein. Aber was sagt er von demselben? „DaS Judenthum giebt Ihnen Vieles davon preis:" Schon