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Dibre Emeth · 1858-01-01 · 4-6 (1858) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
14 (1858)
Issue
4-6 (1858)
Date
1858-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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51 dem Reformjudenthum so aufrichtig und redlich gemeint ist, wie man sich so gern den Schein und das Ansehen giebt. Wir wolle« vor der Hand noch nicht davon sprechen, ob es wohl einen Sinn giebt, von dem Standpunkt des Verfassers aus von einem „Austritt aus dem Judenthume" zu schreiben, da doch dieses Reform-Judenthum noch gar nicht als eine fertige Sache dasteht, sondern wie die Broschüre selbst sagt, erst im Werden ist. Aber den Sinn der Worte: „Ein aufgefundener Briefwechsel," möchten wir doch gern -verstehen. Was kann und wird wohl vernünftiger Weise ein Mensch, der Deutsch gelernt hat, sich darunter denken? Möglicherweise vielleicht, aber nicht wahrscheinlich, einen Briefwechsel, den Jemand verloren und ein Anderer gefunden hat. Das würde indeß immer nur ein gefundener, aber kein „aufgefundener" sein. Und würde wohl Jemand, der einen Briefwechsel neuesten Datums fände, die Indiskretion begehen, denselben ohne Weiteres drucken zu lassen, statt sich zu erkundigen, wem er gehöre? Würde nicht auch jeder vernünftige Mensch einen solchen Briefwechsel, wenn er den Eigenthümer nicht ausfindig machen könnte, wenigstens ruhig liegen lassen? Daß dieser Briefwechsel aber von ganz neuem Datum ist, bezeugt sein Inhalt, denn er gedenkt des im September 1857 in Berlin versammelt gewesenen Evangelischen Bundes. Also in diesem Sinn und Verstände kann es kein „aufgefundener Briefwechsel" sein. Aus dem angedeuteten Umstande aber, daß der Briefwechsel erst nach dem September 1857 fabricirt worden ist, kann die Bezeichnung: „aufgefundener Briefwechsel," um so weniger den Sinn haben, den die Worte nach Jedermanns Verstände nur haben können. Denn man wird schwerlich unter einem aufgefundenen Briefwechsel einen andern verstehen, als einen aus der Vorzeit, der irgendwo in einem Archiv oder in einer Bibliothek lange verborgen gelegen hat und nun endlich durch Mühe und Fleiß irgend eines rastlosen Forschers, oder durch einen bloßen Zufall, wie man zu sagen pflegt, aus dem Dunkel ans Tageslicht gezogen ist. Hat Herr vr. G. auf solche Weise sich den Namen eines Forschers erwerben wollen und erworben? Heinesweges. Der Briefwechsel ist weder ein gefundener noch ein „aufgefundener," sondern — ein selbstgemachter. Es fällt uns nicht, ein, daran zu zweifeln, daß.Herr vr. G. so viel von der deutschen 4*

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