Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 14 (1858)
- Issue
- 4-6 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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50 denk der Lehre und des Beispiels ihres Herrn und Meisters, wie fei- , ner Apostel, ihnen statt Liebe — Haß und Feindschaft erwiesen. Dadurch sind Israels Vorurtheile gegen ihren rechtMäßigG Herrn und König und gegen das Christenthum natürlich nicht beseitigt und gehoben, sondern nur noch mehr gestärkt und befestigt worden. Da sie aus der Heiligen Schrift des Alten und Neuen Testaments keinen stichhaltigen Grund gegen die Messtaswürde Jesu Christi Vorbringen konnten und können, so haben sie sich um so zäher und fester an das Leben und Verhalten derer gehalten, die sich zur christlichen Religion bekennen und daraus allerlei Scheingründe und Beweise hervorgesucht, um wenigstens einen Schein zu haben, unter welchem sie das Christenthum und seinen Stifter mit Fug und Recht meinten verwerfen zu können. — Unsre heutigen sogenannten Reformjuden kämpfen nun wohl auch zum Theil mit denselben Waffen gegen das Christenthum, aber ste haben zugleich einen ganz andern Standpunkt eingenommen, als ihre Vorfahren. Während Letztere das Alte Testament als Gottes Wort gelten ließen und sich nur mit gezwungenen und gekünstelten Deutungen helfen konnten, sehen die heutigen Juden diese unhaltbaren Künsteleien und Deuteleien ein, schämen sich derselben, aber anstatt der Wahrheit des Wortes Gottes die Ehre zu geben, verwerfen sie dasselbe ganz und gar und würdigen es zu einer bloß menschlichen Erdichtung herab, die also natürlich keine Autorität, keinen Werth und keine Gültigkeit mehr hat. Der Standpunkt des sogenannten Reformjudenthums gegen das Christenthum ist ein anderer geworden, aber die Gesinnung ist im Grunde dieselbe geblieben. — Es ist unlängst von einem Vorkämpfer der Reformjuden eine Broschüre erschienen, aus der man einigermaßen sehen kann, was an dem hochgepriesenen historischen Judenthum ist, wie dasselbe das Christenthum betrachtet und zu der Offenbarung der heiligen Schrift steht. Die Broschüre ist unter dem Titel auögegangen: Ueber den Austritt aus dem Judenthume. Ein aufgefundener Briefwechsel. Herausgegeben von Dr. Abraham Geiger, Rqhbiner der Synagogengemeinde zu BreSlau. Leipzig, Verlag von Otto Wi g and. 1858. Schpn dieser $itel ist charakteristisch für die Gesinnung des Verfassers und läßt von vornherein einen klaren Blick thun, ob es mit