Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1858-01-01 · 2-3 (1858) · page 29

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
14 (1858)
Issue
2-3 (1858)
Date
1858-01-01
Page
– (sequence 29)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
99% known words query
IRI
…/2554541-2554686-2554689--02859-2558742
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

45 (sie kann auch vergrößert werden), in welcher wir die letzten vier Sonntage englischen und hebräischen Gottesdienst hatten. Die Zuhörerschaft ist noch sehr gering, aber wir gedenken, sobald als unsere Presse in Ordnung sein wird, unsere Absicht und den Ort und die Zeit unseres Gottesdienstes weiter bekannt zu machen und so Zuhörer heranzuziehen. Auch hoffen wir bald einen arabischen Gottesdienst zu beginnen, an welchem Juden und Heiden Theil nehmen können, und der, wie ich hoffe, für beide Theile von großem Nutzen sein wird. Unsere Missionsthätigkeit ist bis jetzt fast ausschließlich auf Besuche im Depot und im Bazar beschränkt gewesen, wo wir täglich Gelegenheit hatten, unsere jüdischen Brüder zur Rückkehr zu Gott und zum Suchen des Herrn ihres Gottes zu ermahnen. Sobald das Wetter etwas milder wird, gedenken wir einige Hausbesuche zu machen, so wie auch einige öffentliche Anstalten der Juden zu besuchen. In unserm Hause besuchen uns fast täglich Juden, welche alle das Wort des Lebens gehört haben, obschon sie nicht alle mit gleichem empfänglichen Herzen es aufnahmen. Am Sonnabend kommen gewöhnlich einige kleine Parthieen, die manchmal so lange bleiben, daß wir mit ihnen den ganzen Tag beschäftigt sind. Unter andern kamen auch meine alten Bekannten, um mich zu sehen und mir Glück zu meiner Verheirathung und Rückkehr zu wünschen. Wir hatten einige interessante Unterredungen über die Verschiedenheiten unseres gegenseitigen Glaubens mit ihnen, aber da sie mich oft schon über diesen Gegenstand sprechen gehört haben, so überließ ich es hauptsächlich Bruder Eppstein 'mit ihnen zu reden. Es ist in der That wenig Hoffnung vorhanden, daß so stolze Leute — der eine auf seinen Reichthum, der andere auf seine Gelehrsamkeit, ohne besondere göttliche Gnade, einen dauernden und beseligenden Eindruck empfangen haben; aber es ist doch von großer Wichtigkeit, den freundlichen Umgang mit ihnen aufrecht zu erhalten, denn ihr Einfluß auf ihre Brüder ist sehr groß, und viele Juden von der niedrigen Klasse werden ermuthigt, uns zu besuchen, wenn sie sehen, daß das auch so hochstehende Personen thun.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.