Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 14 (1858)
- Issue
- 2-3 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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44 waren augenscheinlich von der Unzulänglichkeit der Rabbinischen Systeme überzeugt und verlangten nach etwas Besserem und Genügenderem." Bagdad. Wir lassen zuletzt noch einen Bericht aus Bagdad folgen. Diese Station ist längere Zeit verwaist gewesen. Herr Prediger Brühl, der einzige Missionar, der dort stationirt war, mußte sie seiner Gesundheit wegen, so wie aus andern Gründen verlassen, und kehrte nach Europa zurück. Jetzt ist er, in Begleitung eines zweiten Missionars, des Herrn Eppstein, wieder dahin zurückgekehrt, und sein erster Bericht liegt nun vor uns, den wir hier mittheilen wollen. Herr Brühl schreibt: „Während unserer Reise benutzten wir am Bord des Dampfschiffes, in den Städten, die wir passirten, auf der Landstraße, in der Wüste und auf dem Floß auf dem Tigris jede Gelegenheit, unfern Brüdern die unerforschlichen Reichthümer Christi bekannt zu machen. Besonders erfreulich war es mir, den Rabbi von — so gut mit dem Christenthume vertraut zu finden. Vor sechs Jahren gab ich ihm, außer dem Reuen Testamente, ein kleines Tractat; er hat es dem Rabbi von T., einer benachbarten Stadt, gegeben, erinnerte sich aber seines Inhalts noch sehr gut und bat mich, ihm mehrere zur Vertheilung zu schicken. Bei meiner Ankunft in Bagdad fand ich die größten Schwierigkeiten, ein passendes Haus zu bekommen; für das eine oder die zwei, welche zu bekommen waren, forderte man ungeheure Summen, so daß wir endlich genöthigt waren, ein halb eingefallenes auf fünf Jahre zu miethen, um den Eigenthümer in den Stand zu setzen, die nöthigen Reparaturen und Veränderungen auszuführen. Die Aufsicht hierüber nahm einen großen Theil meiner Zeit in Anspruch, obschon ich keine Gelegenheit versäumte, zu meinen Brüdern aus dem Hause Israels zu sprechen. Jetzt haben jedoch die Zimmerleute und Maurer ihr Werk bald vollendet, und ich hoffe daher, meinem Amte nicht blos mehr obliegen, sondern auch regelmäßig Bericht davon abstatten zu können. Wir haben eine kleine niedliche Kapelle