Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 14 (1858)
- Issue
- 2-3 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2554541-2554686-2554689--02857-2558740- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
4L dem Zeugnisse der Bibel sei es klar, daß Jesus der verheißene Messias» der Sohn Davids ist. Einer von ihnen, offenbar eine hervorragende Persönlichkeit, sagte: „Die alten Rabbinen, welche wegen seiner graden und unerschrockenen Verdammung ihrer schändlichen Handlungen und Lehrsätze ihren Reichthum und ihre Stellung zu verlieren fürchteten, verwarfen ihn und verbreiteten üble Gerüchte von ihm, und das dumme Volk glaubte ihnen und vereinigte seine Dummheit mit der Verschmitztheit der Rabbinen in dem Rufe nach der Verurtheilung seines wahren Messias und Heilandes, und so luden sie den Zorn Gottes auf sich, welcher nun auf ihren Nachkommen achtzehn Jahrhunderte geruht hat." Jetzt entstand ein handgreiflicher Streit unter ihnen. Nach einiger Mühe gelang es jedoch dem Colporteur, demselben dadurch ein Ende zu machen, daß er den kühnen Sprecher in ein benachbartes Haus rief. Hier fand er Gelegenheit, mit ungefähr 18 Juden mehrere Stunden zu sprechen. Sie sprachen den Wunsch aus, daß ich zu ihnen kommen möchte, da sie gehört hätten, daß ich hebräisch verstände und ihnen die Stellen, über welche sie sprechen, besser in ihrer Originalsprache würde erklären können. Am andern Morgen besuchte er den Buchhändler F. Hier traf er mit viel Juden zusammen, die an vier Stunden ihm zuhörten, oder mit ihm disputirten und ihn über die wichtigsten Artikel unsers Glaubens fragten. Er verkaüfte daselbst auch 13 Bibeln, 3 Pentateuchs, 11 Psalter, 6 Neue Testamente und 19 Tractate, und verschenkte an arme Juden 2 Neue Testamente und 11 Tractate. Er verließ den Ort, in seinem Herzen überzeugt, daß der Herr daselbst ein großes Volk in dem Hause Israels habe, welche früher oder später sich als die Seinen erklären werden. M. — Gegen 5 Uhr Nachmittags besuchte er die Brüder —, und innerhalb einer Stunde waren nicht weniger als zwanzig Juden daselbst versammelt, welche dablieben bis gegen 11 Uhr des Abends. Jeder hatte seine Bibel und untersuchte die Stellen, die er anführte. Er sagt, daß die Freude, die er hatte, als er bemerkte, mit welchem Ernste mehrere Juden forschten, um die Wahrheit zu erkennen, unaussprechlich gewesen sei. Sie