Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 14 (1858)
- Issue
- 2-3 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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jetzt, zu mir geredet." Von ihnen wie von andern hörte ich, daß sie sich außerordentlich freuen würden, wenn in Belgrad eine Schule für jüdische Kinder eröffnet würde. Der lutherische Prediger, ein -emüthiger und treuer Hirte seiner Heerde, zeigte warmeö Interesse für unser Werk, und bestand mit den Kirchenvorstehern darauf, daß ich über diesen Gegenstand an seine Gemeinde eine Ansprache halten möchte. Die kleine interimistische Kirche war voll von jungen und alten Zuhörern; ich sprach zu ihnen von den Ansprüchen der Juden, welche sie nach der Schrift auf unser, Mitleid, Gebet und unsere Bemühungen für sie haben, und von dem, was unter ihnen geschieht und einigen Erfolgen. An der Thür fand zum Schluffe eine Collecte statt, welche 12 Schillinge (4 Rthlr.) betrug. Sie wird nach Preußen geschickt werden, als von einer preußischen Misstonskirche. Es war vorher keine Anzeige davon gemacht worden, so daß Niemand eigentlich darauf vorbereitet war. Der Schullehrer dieser Gemeinde, ein frommer junger Proselht, übernahm den Verkauf einer Kiste Bücher, welche ich erst am Morgen des Tages vor meiner Abreise von dem Zollamte erhalten hatte. Er sehnt sich, etwas für seine Brüder zu thun, und erbot sich, täglich vier Stunden einer jüdischen Schule zu widmen, 4venn ich ihn damit beauftrüge. Semlin, auf österreichischem Gebiete, liegt Belgrad gerade über und hat beinahe dieselbe Zahl jüdischer Einwohner, wie diese Stadt. Im übrigen Serbien leben nur einige Familien zerstreut. Am Bord des Dampfboots, das mich nach der Walachei zurück brachte, traf ich wieder mit einer großen Menge Juden zusammen. Unter ihnen waren einige, mit welchen ich nach Pesth reiste und welche mich, als sie mich erkannten, freundlich begrüßten." Hieraus ersehen wir zur Genüge, daß nicht alle Juden dem Missionswerke entgegen treten, sondern daß demselben sehr viele wenigstens insofern zugänglich sind, daß sie sich mit den Missionaren gern unterhalten und davon zu unterrichten suchen, was die Mission eigentlich bezweckt. Darüber aber sollte sich jeder Christ und jeder Jude freuen, denn durch freundlichen Verkehr und Austausch von