Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 14 (1858)
- Issue
- 2-3 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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34 Hoffnungslosigkeit unthätig bleiben, ohne sich für den Tod einet unsterblichen Seele verantwortlich zu machen? Die Chastdim sind über W. wegen seines Umgangs mit mirsehr entrüstet. Gestern ergriffen sie ihn deswegen, weil er die vierteljährliche Kopfsteuer nicht bezahlt habe (welche zu bezahlen er nicht verpflichtet ist), und warfen ihn ins Gefängniß unter die schlechtesten ünd verworfensten Personen und mißhandelten ihn überdies noch auf dem Wege dahin. Ehe wir noch von der Sache hörten, batte heute schon ein Jude gut für ihn gesagt, so daß er frei herumgehen durfte. Der arme Mann kam in einem bemitleidigen Zustande zu mir, indem er die Spuren der Mißhandlung an sich trug; aber er schien entschlossener, als je zuvor zu sein, der Wahrheit zu folgen. In großer Einfalt sagte er mir: „Ich erinnerte mich im Gefängnisse daran, wie der Herr Jesus für seine Mörder betete: Vater vergieb ihnen! und wie er lehrte: Liebet eure Feinde! Ich fluchte ihnen nicht, noch wünschte ich ihnen BöseS, sondern konnte sie segnen und für sie beten. Das System der Einschüchterung, welches von dem stellvertretenden Rabbi und seinen Anhängern angenommen wurde, wie ich neulich erwähnte, hat fortgedauert. Der alte Jude wurde vorgefordert, um Rechenschaft wegen seines Verkehrs , mit mir zu geben, und da er seine Absichten vor den Juden geheim zu halten wünschte, bis er einige Sachen in Ordnung gebracht haben würde, so wurde er veranlaßt mich zu bitten, ihn gegenwärtig nicht so oft zu besuchen. Der Forscher R., welcher Jerusalem seiner Frau und Kinder wegen verließ, und welcher aus demselben Grunde noch verhindert ist, entschieden aufzutreten, ist so mit Schimpf und Schande beladen worden, daß er um sein Leben besorgt ist, wenn man sehen sollte, daß er mich besucht. Ein jüdischer Lehrer, welcher mich neulich um Unterricht bat, ist bei seinen Besuchen bei mir aufgelauert und bewacht worden, daher er mich jetzt nur dann und wann besucht. Mehrere Häuser, die früher unfern Besuchen offen standen, sind uns mehr als theilweise verschlossen worden. Einige Individuen, welche gleichgültig, wenn nicht sogar einigermaßen für uns waren, haben einen ganz anderen, in der That beinahe feindlichen Weg betreten.