Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1858-01-01 · 2-3 (1858) · page 16

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
14 (1858)
Issue
2-3 (1858)
Date
1858-01-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2554541-2554686-2554689--02846-2558729
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

32 wieder zum Judenthume zurücktreten. Seit dem hat mich der Einnehmer besucht, und hat alle Thatsachen geleugnet. Obschon er versprochen hat, den jungen Mann in Ruhe zu lassen, so höre ich doch, daß er auf Rache sinnt. Aber unser Gott wird unser Schild sein. Durch diese Begebenheit ist die ganze jüdische Gemeinde in Bewegung gesetzt worden, so daß alle das Zeugniß des Evangeliums vernommen haben. Wird es ihnen ein Geruch des Lebens zum Leben, oder ein Geruch des Todes zum Tode werden? Die Familie des Lehrers, deren ich bei einer frühern Gelegenheit erwähnte, ist gewarnt und bedroht worden im Fall eines entschiedenen Schrittes; und über dies Alles sind verschiedene Schritte gethan worden, um unsere Fortschritte zu hemmen. Zwei talmudische Juden wenden jetzt ihre Zeit und ihren Witz zur Vereitelung unserer Bemühungen an, indem sie die verbreiteten Tractate sammeln und zerreißen, die Lekute-hanabiim (Stücke aus den Propheten) aus unfern Schriften Herausreißen und gegen die Wahrheit sprechen. Herr G., der ruinirte Forscher nach Wahrheit, wurde wegen des Wechsels in seinen Verhältnissen so wie dadurch gezwungen, Bucharest zu verlassen, da man ihm zu verstehen gab, daß das Wenige, was er gerettet habe, noch nicht sicher das Seine wäre, da seine jüdischen Verfolger auf einen Plan dächten, wie sie ihn auch dessen berauben möchten. Er ist nach — gegangen, welchen Ort er vor seiner Taufe nicht zu verlassen gedenkt. Während der letzten Tage seines Aufenthalts hier, verlebte ich viele glückliche Stunden mit ihm im Missionshause, und erquickte mich daran, ihn unter dieser Prüfung fröhlich, obschon gedemüthigt zu sehen. Er nahm sehr herzlichen Abschied von mir. Ich hoffe, daß das Alles in ihm eine friedsame Frucht der Gerechtigkeit schaffen wird zum Ruhme und Preise Gottes. Es scheint sich uns eine neue Thür der Thätigkeit aufzuthun. Mehrere junge Männer haben mich in den letzten vierzehn Tagen schon wiederholt ersucht, eine Abendschule zu eröffnen, um solche junge Juden, wie Haustrer, Lehrlinge, Gesellen rc. zu unterrichten, welche den Tag über beschäftigt, nur über den Abend verfügen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.