Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 14 (1858)
- Issue
- 2-3 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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wir ihre Bekehrung suchen und wünschen, so sind sie doch überzeugt, daß wir sie lieben." So beschreibt Bischof Go bat den Zustand der Bevölkerung Jerusalems und des gelobten Landes, und enthält nicht diese Schilderung die mächtige Mahnung an uns und die ganze evangelische Christenheit: Lasset euch Jerusalem im Herzen sein, ihr, die ihr in so glücklichen Verhältnissen steht durch das Wort, das von Jerusalem ausgegangen ist! — Oder will etwa der Herr uns durch die Gerichte, die er über Jerusalcm, das ganze Land und seine Einwohner gebracht hat,, und die schon so lange fortdauern, sagen, daß Jerusalem auf immer und ewig von ihm verworfen und verstoßen ist, weil es den Herrn der Herrlichkeit gekreuziget, die Gnadenheimsuchungen verachtet, die Predigt des Evangeliums mit Verfolgung abgewiesen hat? Ist es etwa dem Willen des Herrn geradezu entgegen an die Wiederherstellung Israels und Jerusalems zu denken? Wollen wir etwa bauen, was der Herr doch zerstört hat? Wollen wir etwa dem Herrn und seinem Worte zuwider ein Reich Israels anbahnen, zu dem er sich doch nicht bekennen kann und will? Das sei ferne! Alle Verheißungen Gottes müßten lügen, wenn nicht der Herr Gedanken des Friedens über Jerusalem beschlossen hätte. Keine Mission in der Welt hat solche gewisse Verheißungen, wie die Mission für Jerusalem! Der Jerusalem zerstört hat, der ist es ja eben auch, der bezeugt: Um Zion willen, so will ich nicht schweigen, und um Jerusalem willen, so will ich nicht inne halten, bis ihre Gerechtigkeit aufgehe wie ein Glanz und ihr Heil entbrenne wie eine Fackel; und der zu uns sagt: Lasset euch Jerusalem im Herzen sein! Dieser Noth- und Jammerstand Jerusalems einerseits und die in der heiligen Schrift klar ausgesprochene Gnadenabsicht des Herrn über Jerusalem andererseits, ist bereits vielen Christen in England, Amerika und auch in unserm Vaterlande zu Herzen gegangen; sie haben die große Schuld geftlhlt, die sie an die zu entrichten haben, von denen das Heil zu uns gekommen ist; sie haben es als ihre heilige Pflicht angesehen, helfende und rettende Hände nach Jerusalem auszustrecken. Eingedenk des Wortes: Wünschet Jerusalem Glück! Es müsse wohl gehen denen, die dich lieben, haben sie daran ge-