Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 14 (1858)
- Issue
- 2-3 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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21 ten zwei Jahren, so können wir Scenen erwarten, wie fie in Indien vorgekommen find. Ihr Haß gegen die Christen hat in den letzten zwei Jahren nur zugenommen, und nicht selten hört man fie davon sprechen, daß sie alle Christen umbrtngen wollen. Erst vor drei Monaten schlossen viele Christen zwei Tage die Läden und schloffen sich in ihre Häuser ein, weil sie einen Ausbruch der Muhamedaner gegen die Christen befürchteten. Ein einflußreicher Effendi hielt die Wuth des Pöbels noch zurück. — Die Christen gehören hauptsächlich zur griechischen und römisch-katholischen Kirche und sind im Lichte des Wortes Gottes alle entfernt von dem, was das Wesen des christlichen Charakters ausmacht. Mit wenigen Ausnahmen in der katholischen Kirche steht eine verderbte und unwissende Priesterschast, ein unwissendes, abergläubiges, götzendienerisches, weltliches und unsittliches Volk als ein todter Leichnam unter dem Namen Christenheit vor den Augen der Muhamedaner. Viele unter dieser tobten Masse sind wohl unzufrieden, haben ein schwaches Verlangen nach etwas Besserem, daS sie bei uns sehen, nach dem Worte Gottes, aber das Verlangen ist zu schwach , die Hindernisse zu groß, die auf jedem Schritt ihnen entgegentreten, wenn sie sich zum Herrn bekehren wollen. Jeder Schritt, den sie in dieser Richtung thun, unterwirft fie einer unabwendbaren Unterdrückung. — Einen bedeutenden Theil der Bevölkerung in Jerusalem, Hebron, Safet, Liberias und einigen anderen kleinen Orten machen die Juden aus." Ihre Zahl ist etwa 20,000, wovon ohngefähr die Hälfte in Jerusalem wohnt. So viel auch in diesem Jahre zur Linderung der leiblichen Noth geschehen ist, scheint doch die große Klasse der Armen wenig gebessert zu sein, und es herrscht in den Judenvierteln ein unglaubliches Elend und die drückendste Noth. „Sie bauen jetzt eine große Synagoge, und die Unterstützung, welche die Rabbinen erhalten haben, setzt sie in den Stand, sich unsern Bemühungen kräftig entgegen zu setzen, indem sie die Aermeren abhalten, ihre Kinder in unsere Schulen zu schicken, da sie jetzt selbst gut eingerichtete Schulen für Knaben und Mädchen angelegt haben. Im Ganzen, glaube ich, sind die Juden, mit Ausnahme der Rabbinen, unS viel freundlicher zugethan als früher. Die Missionare haben Zutritt zu vielen Familien, und wenn sie es auch nicht billigen können, daß