Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 14 (1858)
- Issue
- 2-3 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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ist auch noch in das Herz des heutigen Israel eingeschrieben, denn in ihren Gebeten kehrt das sehnsüchtige Verlangen wieder: Im künftigen Jahre in Jerusalem! Und wir Christen?! Wir können kein christliches Fest, keinen Sonntag feiern, kein Kapitel in der Bibel lesen, ohne nach Jerusalem gewiesen zu werden. Das Arbeitsfeld, das unser Verein gewählt hat, ist daher nicht Eins der wichtigsten, es ist daS allerwichtigste auf Erden, denn es ist das Arbeitsfeld, auf welches Gott der Herr selbst den größten Fleiß und seine allertreuste Sorgfalt gerichtet hat, es ist ja der besondere Weingarten Gottes. — Vergleichen wir dies Arbeitsfeld mit andern Misstonsfeldern in der Heidenwelt, so ist ein großer Unterschied offenbar; die letztem liegen seit Jahrtausenden in heidnischer Finsterniß und Todesschatten; in dem Lande aber, von welchem Jerusalem den Mittelpunkt bildet, ist einst die Sonne der Gerechtigkeit aufgegangen, das ewige Licht hat da geleuchtet, der Herr hat mit besonderen Strömen der Gnade und Liebe da geregnet — und doch, welche Finsterniß, welches Verderben, welcher Fluch lastet gerade seit Jahrhunderten auf diesem Lande! Der theure Bischof Gobat sagt in seinem letzten Jahresbriefe: „ich trage kein Bedenken zu sagen, daß dieses Land, das heilige Land, unter einem Fluche seufzet. Es ist in vielen Gegenden fruchtbar und vieler Verbefferungen fähig, wenn es nur in guten Händen wäre; aber es schmachtet unter einer nachlässigen und tyrannischen Verwaltung, bei welcher, ungeachtet der guten Absichten des Hauptes des Reiches, alle Verbesserungen scheinbar vergeblich sind. Das Land ist in einigen Theilen mit Dornen und Disteln bedeckt, und im Allgemeinen seufzt eS unter dem Fluche einer gottentfremdeten Bevölkerung, die üppig nur in Roth und Elend ist, trotz der reichen Ernte des vergangenen Jahres; nicht zu gedenken des vielen Blutes, das, alljährlich bei inneren Zwistigkeiten und von Räubern in allen Theilen des Landes vergossen wird." Rust uns nicht schon dieser traurige Zustand des lieben, heiligen Landes, des schönen ErbeS, wie es in der Schrift genannt wird, gewaltig zu: Lasset euch Jerusalem im Herzen sein? Die Bevölkerung besteht bekanntlich aus Muhamedanern, Christen und Juden. Von den Muhamedanern sagt Bischof Gobat: „ich glaube fest, wenn die Verhältnisse so fortgehen, wie in den letz-