Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 14 (1858)
- Issue
- 1 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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13 Aus den gerichtlichen Verhandlungen, wie sie die Gazette des Tribunaux gtebt, möge hier außer dem Unheil des Gerichtshofes selbst nur noch die Rede des Herrn Liffort, welcher den kaiserlichen Procurator vertrat, einen Platz finden. „Meine Herren! Sie kennen die Thatsachen des Prozesses. Es knüpfen sich wichtige Interessen daran. Ich lege die Aufmerksamkeit, welche derselbe erregt, günstig auS und schließe daraus, daß die materiellen Interessen nicht das Vorrecht haben, uns ausschließlich in Anspruch zu nehmen. Wird man uns entgegnen, daß es nicht Sache des Tribunals ist, eine religiöse Frage zu behandeln, für deren Lösung dasselbe nicht competent ist?! — Da liegt, fährt der Staatsanwalt fort, eine Gefahr oder eine Klippe. Es wird dieselbe vermeiden und ohne auf den Kampfplatz der Diskussion oder der religiösen Leidenschaft hinabzusteigen, ohne der persönlichen Ueberzeugung zu folgen, wird eS derartige Fragen nur nach den Thatsachen entscheiden und nach den Mittheilungen, welche die Kinder an die eine Religion mehr, als an eine andre ketten. In der Sache selbst haben wir drei Thatsachen zu untersuchen. War Baquol ein Christ? Hat er gewollt, daß seine Kinder es würden? Und haben die Kinder die Taufe empfangen? Und zuerst, war Baguol ein Christ? Ja! Alle Dokumente des Prozesses beweisen es. Er war ein Christ und zwar ein eifriger Christ. Erinnern Sie sich seiner Correspondenz, welche man Ihnen vorgelesen hat, erinnern Sie sich der Ausdrücke fester religiöser Ueberzeugungen, welche durch die am 25. Dezember 1854 erfolgte Taufe nur ihre letzte Weihe erhielten. Rufen Sie sich den Brief ins Gedächtniß zurück, welchen er am 20. Mai 1852 an seine Gattin richtete und worin er ihr sagte: „„Wenn ich mich auf die Reise begeben muß, so bereite ich sorgfältig Alles vor, was ich während der Zeit brauche, die ich auswärts zubringen soll und es handelt sich doch nur um irdische und vergängliche Dinge. Um wie viel mehr sollten wir daran denken uns mit Allem zu versehen, was nöthig ist, um die große Reise anzutreten, welche früher oder später uns bevorsteht. Was mich betrifft, so fühle ich, daß ich Dich mit einer zärtlicheren, stetigeren, wahreren Liebe umfasse, seitdem sch dem Evangelium näher getreten bin. Was wird es erst sein, wenn wir Alle öffentlich Jesu Christo angehören werden."" In der That, um zu zeigen, daß dieser Glaube wankend war, hält man sich an einen Brief ohne Datum, worin einige Sätze Entmuthigung und Zweifel zeigen. Aber man müßte gar wenig die menschliche Natur kennen , um nicht zu wissen, daß zweifeln immer noch glauben ist. Es ist dem Menschen nicht gegeben, diesen Schwankungen des Glaubens zu entgehen. Wie groß auch immer