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Dibre Emeth · 1858-01-01 · 1 (1858) · page 6

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Journal
Dibre Emeth
Volume
14 (1858)
Issue
1 (1858)
Date
1858-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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6 Seele. Irr. 6, 16. Höret des Herrn Wort, ihr alle von Juda 7, S. und abermals: O Land, Land, Land, höre des Herrn Wort. Jer. SS, SS. So spricht der Herr: Wo ist Jemand, so er fällt, der nicht gerne wieder aufstände? Wo ist Jemand, so er irre geht, der nicht gerne wieder zurecht käme? Jer. 8, 4. — Unser Wunsch an Israel ist, daß eö seine heutige Religion, beides, die Talmud- und die Reform-Religion an diesen Maßstab des Wortes Gottes lege. Eine Reform thut Israel noth, eine gründliche und gänzliche, aber eine Reform, die zu dem Bibelwort und zu dem Bibelgott, zu dem Gott des Alten Testaments zurücksührt. Willst du dich, Israel, bekehren, spricht der Herr, so bekehre dich zu mir. Jer. 4, 1. — Unser Wunsch ist ferner, daß Israel diesen Maßstab, diesen Prüfstein, das Wort GotteS Alten'Testaments auch an unsre christliche Religion lege, das Christenthum nicht muthwillig entstelle, eS nicht, beurtheile nach den Einfällen einzelner Christen, noch nach dem Leben und Wandel solcher, die selbst das Christenthum verleugnen und schänden, sondern nach den Lehren und Zeugnissen, wie ste im Neuen Testament enthalten find! — Die Reformgemeinden Israels machen großes Wesen und Aufheben mit ihrer jüdischen Toleranz, rühmen und preisen dieselbe als etwas Einziges in ihrer Art. Dagegen beklagen sie sich bitter über die harte und grausame Intoleranz der Christen. Die Stimmen der Wahrheit geben Zeugniß genug, daß wir die Intoleranz der Christen, wo sie wirklich vorhanden ist, nicht gut heißen; aber wir wünschen, daß man von jüdischer Seite die Toleranz nicht blos verlange und von Toleranz rede und schreibe, sondern sie auch selbst übe, daß man Thatsachen nicht muthwillig entstelle und verdrehe, daß man namentlich doch endlich einmal aufhöre, die längst abgedroschene Beschuldigung immer zu wiederholen, als geschähen die Uebertritte vom Judenthum zum Christenthum ohne alle Ausnahme aus falschen Beweggründen, als würden die Prose« lyten nur durch List und Versprechungen angelockt u. s. w. — Es ist im vorigen Jahrgange dieser Zeitschrift ein Fall aus Frankreich mitgetheilt worden, in welchem die jüdische Intoleranz eine starke Rolle spielte, und die eben erwähnten Beschuldigungen wieder in die Welt hineingeschrieen und geschrieben wurden. Der damalige Bericht-

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