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Dibre Emeth · 1858-01-01 · 1 (1858) · page 5

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Journal
Dibre Emeth
Volume
14 (1858)
Issue
1 (1858)
Date
1858-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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5 Beziehung eigentlich in zwei große Heerlager geschieden; denn da sind die sogenannten Orthodoxen und dann die Reformjuden. Jene wollen noch an dem alten herkömmlichen Talmudjudenthum festhalten. Aber die Talmudfesseln, die das arme Volk so viele Jahrhunderte getragen hat, werden ihnen je länger desto drückender; sie werfen dieselben ab und wollen sich nicht mehr so knechten lassen, sondern ein mündiges und freies Volk sein. Sie sehen mit lüsternen Augen nach dem Reformbaum hin, von dem auch sie hoffen klug gemacht zu werden. —- Die Reformjuden sind, wie sie meinen, schon zur Freiheit gelangt, sie haben bereits ihre Errungenschaften, ein Band, das sie bindet, sie haben „den Gedanken, den Gottesbegriff." Von der Bibel werden zuerst im Ganzen und Großen die Propheten beseitigt, als die wenig oder gar keinen Werth haben. Den Büchern Mosis will man noch einen gewissen Platz und Werth zuerkennen, allein wenn es zum Treffen kommt, hält doch vor dem Prüfungsgeiste der Herren weiter nichts Stich, als die Idee: eS giebt einen Gott. Alles Andere ist Ceremonie, und von diesen Ceremonien „giebt das Judenthum auf seinem gegenwärtigen geschichtlich errungenen Standpunkte Vieles preis, über Anderes ist eine DiScussion eröffnet, über Einiges behält sich die Geschichte ihr Endurtheil noch vor." Offenbar haben diese Reformjuden so gut wie keine Religion. Denn was heute noch als solche gilt, wird in der morgenden „Discussion" als untauglich gefunden und verworfen. Und wenn man bedenkt, was diese Reformherren, wie z. B. Herr Holdheim in Berlin, schon Alles aus dem Judenthum hinausreformirt haben, so ist die Frage: ob es wohl noch lange dauern kann, bis „das Wesen des Judenthums, der Gedanke, der Gottesbegriff" auch fällt? Jetzt erlauben sie noch, wie einst eine aufgeklärte Nation, daß es einen Gott giebt, aber bei weiteren „Discussioncn," bei einem vielleicht bald zu fällenden „Endurtheil der Geschichte" wird auch „der Got« tesbegriff preisgegeben" und erhält den Todesstoß. WaS ist nun unser Wunsch an dies Israel? Es ist der, den schon der Prophet JeremiaS ihnen zurief: Tretet auf die Wege, und schauet, und fraget nach den vorigen Wegen, welches der gute Weg sei, und wandelt darinnen, so werdet ihr Ruhe finden für eure

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