Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 14 (1858)
- Issue
- 1 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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4 eS, was unsre aufgeklärten, gebildeten Juden als den größten Reichthum, als die Herrlichkeit des Judenlhumö rühmen. Kann es eine größere Armuth in religiöser Beziehung geben, als diese ist? O, daß also die Christenheit im Besitz und Genuß der geistlichen Schätze und Reichthümer dieser Armuth des Volkes Israel eingedenk werden möchte, damit nicht auch über uns ein geistlicher Bankrot Hereinbreche wegen Untreue und schlechter HaushaltungI Die große Londoner Gesellschaft zur Beförderung des Christenthums unter den Juden feiert in diesem Jahre ihr fünfzigjähriges Jubiläum. ES haben allerdings schon früher kleine Vereine bestanden, die Israel die Botschaft deS Heils durch einzelne Missionare verkündigen ließen, auch bestehen jetzt noch einige kleine Gesellschaften, die denselben Zweck im Auge haben; aber die genannte Londoner ist die bedeutendste, und was im Missionswerk unter Israel geschehen ist, das ist hauptsächlich von ihr ausgegangen. Eie hat ein halbes Jahrhundert unermüdet fortgearbeitet, hat Hindernisse und Schwierigkeiten überwunden, die wie große Berge im Wege lagen, und es ist unleugbar, daß sie unter dem Segen und der Hilfe des Herrn Großes geleistet hat. Lange genug hat die evangelische Christenheit Deutschlands geschlafen; sie hat seit einigen Jahren um die Bekehrung Israels gebetet, aber es wäre Zeit, daß sie auch etwas thäte und zeigte, daß es ihr mit ihrem Gebete ein Ernst ist, damit Israel nicht länger sagen müsse: Die Christen glauben selber die Lehren des ChristrnthumS nicht. Unser erster Wunsch ist also an die Christen: Seid Eurer Schuld und Eurer Pflicht gegen Israel eingedenk, lasset Euch die Mission unter Israel ernstlicher angelegen sein! Welche Bcrathungen finden statt, welche Plane werden entworfen, welche Anstrengungen gemacht, um die gegenwärtige Geldnoth zu heben! Soll denn Israels Schade Jahr aus Jahr ein, ein Jahrhundert nach dem andern vor den Augen der Christenheit liegen, ohne thätige Theilnahme zu erwecken dieser Noch abzuhelfen? Gehet hin, heißt es Jes. 62, 10., gehet hin durch die Thore, bereitet dem Volk den Weg; machet Bahn, machet Bahn, räumet die Steine auf u. s. w., das ist ein Rlif an die Christenheit. Unser nächster Wunsch geht an Israel. Israel ist in religiöser