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Dibre Emeth · 1857-01-01 · 12 (1857) · page 25

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
13 (1857)
Issue
12 (1857)
Date
1857-01-01
Page
– (sequence 25)
Language
German
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SOI Stadt gewesen, und während dieser ganzen Zeit wurde jede Minute^ mit Ausnahme weniger Stunden der Ruhe in der Nacht, dadurch in Anspruch genommen, daß ich den Juden und Mohamedanern das Evangelium predigte. Unter den erstem waren, außer den zwei Bekehrten, ans welche schon hingedeutet wurde, mehrere Andere, welche die bekehrende Kraft des Evangeliums fühlten und sogar wünschten getauft zu werden, ein Verlangen, dem zu willfahren mir ihre besondere Lage verbot; und bei vielen unter den letzteren (den Mohamedanern) hatte der Eindruck augenscheinlich den Glauben erschüttert, obschon ihr Verstand vielleicht nicht ganz überzeugt war. Einer meiner mohamedanischen Besucher, ein höchst achtbarer Kaufmann, hatte bereits den Argwohn seiner Religionsgenossen in solchem Grade erregt, daß er ans öffentlichem Markte aufs schändlichste gemißhandelt und geschlagen wurde, und mein treuer Freund Ali Zarkhee mit noch einem halben Dutzend anderen Personen, den mächtigsten in der Stadt, wurden, wie er selbst an Signor Thcophani in Hodeida schrieb, von einem ähnlichen Schicksale nur durch eine unerwartete Abreise befreit. Gern würde ich in der That meinen Aufenthalt verlängert haben — gern hätte ich in der That fortgefahren, den armen verlorenen Seelen, welche sich um mich schaartcn, das Evangelium zu predigen; aber das öffentliche Geschrei gegen mich fing an zu laut und heftig zu werden, um ihm viel länger widerstehen zu können, und da ich in mein eignes Schicksal viel Juden und Mohamedaner verwickelt haben würde, so war es eine gebieterische Pflicht, für mich, den Ort zu verlassen. Aber die Schwierigkeit war, wie fort zu kommen. Sollte ich auf demselben Wege zurückkehren, auf welchem ich gekommen war, so mußte ich unzweifelhaft in die Hände einiger Häuptlinge der Dörfer fallen, welche sich gegenseitig tödtlich befehdeten, und sollte ich mehr gegen Süden gehen, so mußte ich auf die blutdürstigen Beni Jebar stoßen, welche alle Gebirgspässe inne hatten. In dieser Verlegenheit verließ mich jedoch nicht mein Vertrauen auf eine gnädige Vorsehung; ich war auf einer Mission der Barmherzigkeit begriffen, und ich war gewiß, daß Gott der Barmherzigkeit mich beschützen werde. Und in dieser Hoffnung wurde ich, wie das Folgende zeigen wird, nicht ge-

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