Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 13 (1857)
- Issue
- 12 (1857)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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195 nen gierigen Mund gestopft hatte, noch schrecklicher wurden, „was sagtet ihr, die Ketab-el-Nazaranee ist nicht verschieden von der Ketab-el-Jahud? Wollah, diese Hunde bilden sich ein, daß wir alle junge Esel sind und das Angeel nicht kennen. Nun, so höret mir zu, ich habe, Dank sei es dem Propheten, studirt und verstehe Ettowheed (Theologie) we ilm en-nogum (und Astrologie.) Das Buch, welches Angeel genannt wird, ist von Juseph Schimon und Jakub geschrieben worden, und auf seinen Blättern wird die Ankunft des Propheten, die Vernichtung der Ungläubigen und der Sieg des Jslamismus geweissagt; dann erzählt es, wie eure gottlosen Vorfahren den Nebi Eesau verfolgten und ihn tödten wollten, und wie Gott sie dadurch betrog, daß er an die Stelle des Sohnes der Maria eine andere Person unterschob; alles dies steht in dem Angeel geschrieben; aber ihr seid, wie der Koran sagt, taub, stumm und blind und kennt nicht das Ettowheed (Theologie) wie ich und die Gläubigen (Mohamedaner) verstehen." Die tiefe Weisheit dieses bezaubernden Mullahs würde mich zum Lachen gebracht haben, hätte nicht seine ganze Sprache Bosheit und Haß gegen die Juden geathmet. Dies erweckte sehr verschiedene Gefühle in mir, und, getrieben von dem Wunsche, sowohl seine Unwissenheit zu zeigen, als auch den Eindruck, den sein Unsinn hervorgebracht hatte, zu verwischen, versicherte ich den geschwätzigen Weisen, daß ich nicht die Absicht hätte, seine Geschicklichkeit in Zweifel zu ziehen, die in den Sternen geschriebene Schrift zu lesen, oder die verborgenen Geheimnisse, die in der schönen Sprache des Korans verschleiert liegen, da ich in keinem von beiden hinreichend genug bewandert sei; aber was das Evangelium betrifft, so wäre dieses heil. Buch, wie gelehrt er auch in andern Dingen sein möge, doch gewiß niemals ein Theil seines Studiums gewesen. „Warum, Abdallah?" fragte der Scheikh. „Der Grund ist einfach genug, denn wenn das gewesen wäre, so würde er gefunden haben, daß das Buch von. den unmittelbaren Jüngern Christi geschrieben wurde, daß es die Erkenntniß der Sünde, das Verderben des Menschengeschlechts und die Nothwendigkeit einer Versöhnung lehrt; daß es ferner bezwecke, das Gemüth zu bereichern, das Herz zu reinigen, uns mit Dank gegen Gott zu erheben und unfern schwachen Verstand von 13*