Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 13 (1857)
- Issue
- 12 (1857)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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191 daß Viele, wie sie selbst sagten, nie den Sabbath vergeffen werden, den ich unter ihnen verweilte. Meine Bücher, deren Ankunft ich ängstlich erwartete, kamen endlich Sonntag Morgen in Sana« an. Die Karawane war schon am Donnerstage vorher nahe an der Stadt gewesen, aber da ihnen gesagt wurde, daß die Beni Jebar den Gebirgspaß inne hätten, wurden sie genöthigt, beinahe stebenzig Meilen (englische) zurück zu gehen. Die Nachricht, daß die Bücher angekommen seien, erweckte ein außerordentlich freudiges-Gefühl in dem Kaa-el--Jehud, und mehrere Rabbiner boten mir sogleich unaufgefordert eine her Synagogen an, wenn ich sie nach ihrem Stadttheile bringen wollte. Diesem Vorschläge gab ich sofort meine Zustimmung; aber wie groß war mein Schreck, als mir Ali Zarkhee, dem ich dieses mittheilte, sagte, daß vom Gouverneur ein Befehl eingegangen sei, welcher meine Freiheit für die Zukunft auf die Umgebungen des Khans beschränke. „Und warum," fragte ich, „kerkert der Scheikh einen Fremden ein, dem er erst vor wenigen Tagen seiner Freundschaft und seines Schutzes versichert hat?" „Abdallah, Sie sind nicht eingekerkert," erwiederte er, „noch hat der Scheikh aufgchört, Ihr Freund zu sein; nein bei Allah, (Gott) er ist um Ihre Sicherheit besorgt, und dies veranlaßt ihn, Ihre Freiheit zu beschränken." „Aber, fragte ich, hat sich denn irgend etwas ereignet, das solcher Vorsicht nöthig macht?" „Ja," erwiederte er, „Cadi Schuganee, ein sehr heiliger Mann, und mehrere Mullahs (mögen ihre Väter verflucht sein) behaupten, daß Sie hierher gekommen sind, aus den Juden Nazaranee (Christen) zu machen, und wenn Sie dies bewirkt haben, dasselbe mit den Mohamedanern zu thun. „Nun wissen Sie," fuhr er fort, „daß derjenige, welcher so etwas versucht, nach unserem Glauben getödtet werden muß, und dies würde auch vielleicht Ihnen schon wiederfahren sein, wenn Sie nicht mein Sohn wären; aber den, welchen Ali Zarkhee als seinen Sohn anerkennt, darf kein Schuganee belästigen." Als ich zu Mittage desselben Tages wie gewöhnlich beschäftigt war, den forschenden und nach Wahrheit durstenden Juden das