Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 13 (1857)
- Issue
- 12 (1857)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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188 sie von selbst gekommen seien in der Hoffnung, von mir Geld zu erpressen — eine Hoffnung, die durch meine Furchtlosigkeit und die Zahl der Juden um mich herum, vereitelt wurde. Bald nach dem ebenerwähnten Vorfälle, welcher leicht von ernsten Folgen hätte begleitet sein können, wenn der himmlische Vater nicht seine schützende Hand über mich gehalten hätte, schickte mir der Gouverneur, um meine Sicherheit besorgt, wirklich mehrere bewaffnete Araber. Aber ein Gang in ihrer Begleitung überzeugte mich, daß es gerathener sei, sich den Schein zu geben, daß man den Absichten des Volkes Vertrauen schenke, und kein Mißtrauen in dieselben setze. Aber die Frage war, wie ihrer loswerden, ohne ihren Herrn zu beleidigen? Wie gewöhnlich kam mir mein guter Freund Ali Zarkhee auch hierin zuvor; denn während ich zweifelte, ob ich sie entlassen sollte oder nicht, war er schon bei dem Scheikh gewesen und hatte ihre Zurückberufung bewirkt. Ich war nun beinahe eine Woche in Sana« gewesen, und doch hatte ich während dieser ganzen Zeit nicht eine einzige freie Stunde finden können, um nur eine von den 18 Synagogen zu besuchen. Jeden Morgen nahm ich mir vor zu gehen, und jeden Morgen verhinderten mich daran die 'zahlreichen jüdischen und mohamedanischen Besuche, welche ohne Unterbrechung oft von Tagesanbruch bis nach Mitternacht meine Stube füllten. Der jüdische Sabbath jedoch bot mir die lang örsehnte Gelegenheit dar, und um jeder Zurückhaltung zuvor zu kommen, machte ich mich mit zwei mohamedanischen Begleitern auf den Weg noch ehe das Geräusch der geschäftigen Menge die verlassenen und stillen Straßen belebte, durch die wir zu gehen hatten. Die Entfernung von dem mohamedanischen zu dem jüdischen Stadttheile beträgt eine halbe Stunde. Eine große Strecke wüsten Landes, abwechselnd von Begräbnißplätzen und Ruinen früherer Gebäude, bildet den Zwischenraum. Am jüdischen Sabbath ist dieses Stück Land völlig verlassen, kein menschliches Wesen kann daselbst gesehen werden, kein Laut bricht das düstere Schweigen; hie und da mag ein Raubvogel oder ein wilder Schakal gesehen werden, welche zwischen den Gräbern auf Raub ausgchen, und selbst sie, wenn ihren