Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 13 (1857)
- Issue
- 12 (1857)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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187 machten die wahren Jünger Christi das Evangelium zum Vorwände der Verfolgung; im Gegentheil lieben ste ihre Mitmenschen und suchen ihnen Gutes zu thun; ste bemitleiden ihren traurigen Zustand und sehnen sich danach, ihnen die Botschaft des Heils zu bringen; aber sie verabscheuen den Gebrauch der Mittel und schrecken vor denselben zurück, welche dem Gotte der Liebe zuwider und unverträglich mit dem Buche sind, das er uns gegeben hat." In unserm Gespräche, welches über eine Stunde dauerte, erwähnte ich niemals die Art und Weise, in welcher der Islam verbreitet wurde, dies bemerkten meine mächtigen Besucher, und sie bemerkten es, wie ich glaubte, mit Vergnügen, denn sie waren sehr freundlich und ermahnten mich sogar, als sie weggingen, mich nicht ohne Begleitung AliZarkhees oder einer andern einflußreichen Person in die Straßen zu wagen. Als ich am Nachmittag in meiner Stube saß und mich mit Juden unterhielt, traten drei bewaffnete Beduinen herein, warfen ihre Flinten ohne zu grüßen ab und lagerten sich ohne alle Ceremonie so in meiner. Nähe, daß sie mir ganz unangenehm wurden. Da mich vorher schon mehrere bewaffnete Individuen besucht hatten, so nahm ich von ihrer Zudringlichkeit keine Notiz; aber als ich nach Verlauf einer längeren Zeit fand, daß sie ruhig liegen blieben, fragte ich sie, was sie wollten. Die Antwort war: „Wir sind Soldaten des Scheikh Achmed-el-Kheima und sind beordert, sowohl in Ihrem Hause, als auch wenn Sie ausgehen über Ihre Sicherheit zu wachen." Der Scheikh, möge er lange leben," erwiderte ich, „ist sehr freundlich; aber da ich mich in einem Zemzor (d. i. dem Khane eines Freundes) befinde, so müßt ihr erst um seine Erlaubniß nachsuchen, bevor ihr eure Wohnung in seinem Eigenthum aufschlagen dürft." Sie schienen nicht sehr geneigt, meiner Anweisung zu folgen, und ich mußte meine Bitte verschiedene Male wiederholen, ehe sie bewogen werden konnten, fortzugehen. Nach ihrem Weggehen erzählten mir die Juden, daß sie dem Stamme der Beni Djedat angehörten, — einem Stamme, der wegen Verbrechen und Grausamkeiten der schrecklichsten Art berüchtigt ist. Wie ich voraus sah, kehrte die unerbetene Wache nicht wieder zurück, und als ich in Folge dessen mich erkundigte, erfuhr ich, daß sie der Gouverneur nicht geschickt hatte, sondern daß