Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 13 (1857)
- Issue
- 12 (1857)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2554541-2554677-2554685--02786-2558667- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
186 Leben und Tod abhinge, wollten ftc den Gegenstand aufmerksam studiren, ehe sie den streitenden Meinungen, welche unter ihnen obwalteten, einen Ausdruck verliehen." Möge Gott ihre Augen durch seinen Geist erleuchten, daß sie die Wahrheit in Christo Jesu erkennen und glauben. .. Während dieser Unterhaltung traten mehrere Mullahs in meine Stube. Die Juden wollten sofort aufftehen und die Stube verlassen, aber die mohamedanischen Doktoren baten sie zu ihrem Erstaunen ganz höflich, ihre Plätze zu behalten, da sie nur in der Absicht gekommen seien, die Argumente zu hören, deren sie sich zur Widerlegung der Lehren bedienten, die ich predigte. „Wir haben keine Argumente" erwiderten sie furchtsam, „die Religion des Angeel (Evangeliums) zu bekämpfen; unser Beider Glauben gründet seine Wahrheit auf Moses und die Propheten; die einzige Schwierigkeit für uns ist die Person und das Werk des Messias, und wenn dies Räthsel zur Befriedigung gelöst wird, so ist der Jehudee (Jude) ein Razaranee (Christ) und der Razaranee ist ein Jehudee. Nach diesem kurzen Gespräch mit den Juden wandten sie sich an mich, und fragten lächelnd, ob ich nicht meinte, daß das Schwert ein weit besseres Werkzeug sei, Proselyten zu machen, als alle Weisheit und Gelehrsamkeit der Welt?" „Gewiß nicht," erwiderte ich, „denn Gott verlangt nicht, daß die Offenbarung, welche er den Menschen gegeben hat, ihnen durch Mittel gegen seine Natur und Eigenschaften aufgezwungen werde. Sein Gesetz ist ein Gesetz der Liebe, und wo es nur immer gepredigt wird, und wo es nur immer sucht, Jünger zu machen, so muß es erheben und nicht erniedrigen — es muß den Menschen frei und nicht zum Sklaven machen — es muß den Glauben des Herzens verändern und nicht ein heuchlerisches Lippenbekenntniß erpressen; das thut unser Angeel (Evangelium) und wo immer seine Botschaft gepredigt wird, da ist kein Schwert und keine Sorge verursachende Hand erforderlich, um Proselyten zu machen; seine Sprache ist der beste Sachwalter seiner Wahrheit, und indem es unfern Bedürfnissen entspricht, die mächtigste Beglaubigung seines göttlichen Ursprunges." „Aber zwangen die Razaranee niemals das Volk, ihre Religion anzunehmen?" fragten sie. „Nein, niemals