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Dibre Emeth · 1857-01-01 · 12 (1857) · page 9

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Journal
Dibre Emeth
Volume
13 (1857)
Issue
12 (1857)
Date
1857-01-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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185 lichen und ernsten Gespräche. Die Rabbiner, von denselben Jdeenverbindungen getragen, welche ehemals ihre Borfahren in der Verkennung des Wesens des Messias leiteten, beschrieben in einem langen und belebten Zuge den Verfall des Mohamedanismus, den endenden Zeitraum des Bestehens der Welt und den Glanz des wiederhergestellten und verherrlichten Jerusalems. „Und," erwiderte.ich auf eine dieser Bemerkungen, „wenn es wirklich wahr ist, daß wir auf der letzten Staffel des Bestehens unserer Welt und der herannahenden Zeit der Erscheinung des Messias leben, ist es da nicht eure gebieterische Pflicht, nachzuforschen, ob ihr den wahren Glauben habt und ob ihr tüchtig seid, in das allgemeine Hosianna: Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn, mit einzustimmen? Die Bibel sagt euch, daß er kommen wird, sowohl selig zu machen, als zu verderben, die Ungläubigen zu strafen und die Gläubigen und Treuen zu belohnen. Nun, wenn ihr eure Seelen werth haltet, wenn ihr verlangt Theil zu haben an den Segnungen des erneuerten Jerusalems, so müßt ihr in der Schrift forschen und die Aussprüche Jesu von Nazareth prüfen, und dann, wenn nicht alle Weissagungen in Betreff des Messias in ihm ihre Erfüllung erreicht haben — wenn nicht alle Zeugnisse, welche sein Wesen darthun, auf unwiedersprechlichen Beweisen beruhen — und wenn sich nicht die ganze Liebe, Gnade und Barmherzigkeit Gottes in seinem Leben und Tode zeigt, dann und nur dann habt ihr ein Recht, das Evangelium zu verwerfen und an eurem Talmud festzuhalten; aber wenn nach gehöriger und sorgfältiger Prüfung das Gegentheil der Fall ist, und ich weiß, daß dies das Resultat sein wird, dann meinet nicht, bei allem, was euch im Leben theuer ist, bei allem, was euch im Tode trösten kann, euch mit Gleichgültigkeit und Abneigung von einem Vater abzuwenden, der euch geliebet hat, von einem Heilande, der für euch starb und von einer herrlichen Unsterblichkeit, die euch dargeboten wird." ES entstand auf kurze Zeit eine völlige Pause, und als endlich einer der Rabbiner das Stillschweigen brach, so bemerkte er nur, daß sie „vor meiner Ankunft keine Idee von dem hatten, was Christenthum sei, noch von dem Grunde, auf welchem die Religion Jesu beruhte; aber nun, nachdem sie vernommen hätten, daß es eine Sache sei, von der

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