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Dibre Emeth · 1857-01-01 · 12 (1857) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
13 (1857)
Issue
12 (1857)
Date
1857-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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181 ein gefallenes Geschöpf ist, daß er mit der Verderbniß der Sünde zu kämpfen hat, und daß er ohne einen allmächtigen Heiland niemals wieder zur Gnade des beleidigten Gottes gelangen kann. Run solch eine nackte Darlegung unsers schuldigen und widerspenstigen Zustandes, ohne Versicherung der Gnade und Barmherzigkeit, würde uns entweder zur Verzweiflung bringen, oder in ein Meer der Zweifel und Scruppel versenken. Dies wußte das göttliche Wesen, von welchem das Angeel herstammt; und um alle eitlen Speculationen und alle selbstgemachten Einbildungen, an welche sich das Herz nach Hoffnung klammern möchte, zu entfernen, bringt uns unsere Religion, indem sie uns unser Elend und Verderben durch den Betrug der Sünde anzeigt, zugleich auch die frohe Botschaft von unserer Versöhnung und Erlösung durch das Sühnopfer Christi. Diese große Wahrheit, o ihr Weisen, (ich wandte mich zu den Mullahs,) ist der Grund unseres Glaubens und die Quelle unserer Seligkeit; und wie unvollkommen unsere Dankbarkeit und Frömmigkeit gegen Gott für alle Segnungen, die er uns hat zu Theil werden lassen, auch immer sein mag, so ist doch schon hinieden auf Erden das herzliche Verlangen eines jeden wahren Nazareners (Christen) mit der Reinheit und Heiligkeit angethan zu werden, welche das Eigenthum derHimmelsbewohner sind." Es entstand eine Art von unzufriedenen Gemurmels, als ich meine Ansprache beendigt hatte, wovon das eben Gesagte ein Auszug ist; aber ich konnte aus den zusammengepreßten Lippen einiger, und aus den drohenden, finsteren Mienen anderer wahrnehmen, daß das Wort der Wahrheit und des Lebens nicht vergebens geredet worden war. Um Mitternacht ging die Versammlung auseinander, ausgenommen Ali Zarkhee und ich selbst, welche der Gouverneur ersuchte zu bleiben. Mein Freund war nicht sehr erfreut über diese Zurückhaltung, da er sie für eine üble Vorbedeutung für mich hielt. Glücklicher Weise wurde seinem Argwohn bald ein Ende gemacht, denn sobald sich die Thür hinter seinen Besuchern geschlossen hatte, bat er mich auf einem Sitze an seiner Seite Platz zu nehmen, und wir unterhielten uns ohne Rückhalt und freundlich mit einander. Wir hatten uns ungefähr eine halbe Stunde unterhalten, als ein Bediente in die Stube trat mit den Worten: „Scheikh, es

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