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Dibre Emeth · 1857-01-01 · 12 (1857) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
13 (1857)
Issue
12 (1857)
Date
1857-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
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ISO Vertiefung der Mauer, die schwarzen und linkischen Gestalten mehrerer bewaffneten Männer. Eine dieser nicht einnehmenden Gestalten warf, als er Ali Zarkhee erblickte, sein Gewehr weg, und führte uns, nachdem er eine irdene Oellampe, das einzige Licht am Orte, ergriffen hatte, ohne ein Wort zu sprechen, auf einer steinernen Wendeltreppe hinaus vor den Gouverneur. Das Zimmer, ungleich den Empfangszimmern anderer morgenländischer Regenten, bot nichts dar von Reichthum oder Aufwand; im Gegentheil gaben ihm die bloßen Mauern, die mit gemaltem Kattun behängen waren, und die alten fadigen, mit Teppichen bedeckten Divans, ein schäbiges und ärmliches Ansehen. Der Gouverneur, ein olivenfarbiger Araber, in dessen glanzlosen Augen und eingefallenen Wangen das Laster seine Spuren unvertilgbar eingegraben hatte, kauerte, umgeben von etwa zwanzig Scheikhs, auf einem dieser Sitze in der Ecke, in tiefem Gespräche beschäftigt. Als ich hereintrat, schwieg er, und indem er eine kleine Verbeugung mit dem Kopfe machte — eine Herablassung, die ich nicht erwartet hatte — streckte er mir seine Hand entgegen und sagte in einem gütigen Tone: „Willkommen ha Scheikh-el-Nazaranee." Nun fragte er mich über den Weg — ob mir Sanaa gefiele und ob in Rum, d. i. Europa, auch eine so schöne Stadt sei? Nachdem ich diese und ähnliche Fragen beantwortet hatte, wandte fich die Unterhaltung auf die Gegenstände, welche mein Werk unter den Juden und die Verschiedenheit unseres Glaubens darboten. Nachdem die Mullahs ihren Eifer gegen den Unglauben der Juden in einer langen und blumenreichen Rede dargelegt hatten, gaben sie eine Beschreibung von den Schönheiten und Vortrefflichkeiten, von den Vergnügungen und Ergötzlichkeiten, welche der Koran den Gläubigen gewährte, und als ob ihr epikuräischer Himmel alle ihre Gefühle erregte und anschwellte, fragten sie mich mitleidsvoll: „Welchen Lohn verspricht Ihr Angeel, d. i. Evangelium, denen, die daran glauben?" „Unser Glaube," erwiderte ich, „hat gleich dem Ihrigen auch seine Hoffnungen und Verheißungen, Freuden und Tröstungen; gleich Ihrem sagt er uns von der Unsterblichkeit der Seele, von der Auferstehung des Leibes und von einem endlichen Gericht des Menschengeschlechts; aber hierbei bleibt er nicht stehen, sondern sagt weiter, daß der Mensch

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