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Dibre Emeth · 1857-01-01 · 12 (1857) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
13 (1857)
Issue
12 (1857)
Date
1857-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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179 An demselben Abende um 10 Uhr ging ich mit Ali Zärkhee zu dem Scheikh Achmed-el-Kheima, dem Gouverneur von Sanaa, um ihm meine Aufwartung zu machen. Die Entfernung von dem Khan bis zu der Burg oder dem Palaste beträgt ungefähr zehn Minuten, aber da ich von den Anstrengungen der Reise noch große Schmerzen an meinen Füßen empfand, brauchten wir beinahe eine halbe Stunde. Ali Zarkhee, auf dessen Arm ich mich stützte, war mein langsames Gehen nicht unangenehm, er war bei dem Gespräche, das ich heute morgen mit den Mullahs hatte, zugegen gewesen, und indem er fürchtete, daß ich durch irgend eine unvorsichtige Aeußerung die Leidenschaft des Gouverneurs erregen möchte, gab ihm mein langsames Gehen hinreichend Zeit, mich auf alle Folgen, die ein voreiliges Wort haben könnte, aufmerksam zu machen. Die Burg, welche wie die Stadt selbst, am Fuße des Tebal Makoom liegt, war in vollkommene Finsterniß gehüllt. Am Thore lag eine arabische Schildwache auf bloßer Erde hingestreckt, welche eher den Eingang versperrte als bewachte. Wir gingen vor dieser schlafenden Gestalt, ohne daß wir angerufen wurden, vorüber und tappten mit ausgestreckten Armen unfern Weg weiter bis zu einem andern Thore. Hier waren zur Linken mehrere kleine Gebäude (ich glaube es waren Gefängnisse), von denen das eine von einem halben Dutzend Beduinen besetzt war, welche sich an dem Rauchen der Bouren gütlich thaten. Sie begrüßten uns, fragten, ob ich ein christlicher Derwisch sei und bliesen den Dampf ihres Lieblingskrauts wieder von sich. Indem wir diese grimmigen und finstern Raucher dem Genüsse ihrer Pfeifen überließen, folgte ich meinem Freunde (welcher in dieser Region der Nacht ganz zu Hause war) durch mehrere enge und ekelhafte Gänge — welche wegen des schauerlichen Schuttes von den zerbröckelnden Mauern und dem Haufen von modernden Auswurfs selbst am Tage zu passiren gefährlich sein muß — bis endlich der schwache Schimmer von Licht und der unterdrückte Ton von Stimmen uns ankündigten, daß wir des großen Mannes Amtswohnung erreicht hätten. Der Eintritt in diesen Haupttheil des Palastes geschah durch eine niedrige Thüre, welche unbewacht zu sein schien; aber indem wir hineinkrochen, sähe ich bei genauer Prüfung, in einer IS*

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