Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1857-01-01 · 10-11 (1857) · page 29

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
13 (1857)
Issue
10-11 (1857)
Date
1857-01-01
Page
– (sequence 29)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2554541-2554677-2554684--02772-2558652
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

173 dieser greulichen Knechtschaft, die viel schmählicher ist als die Knechtschaft Aegyptens. Achtzehnhundert Jahre hat Israel kein Osterlamm mehr, kein Blut des Osterlammes, das ste gegen den Würgengel beschützen könnte; und doch ist Beides, das Osterlamm und das Blut desselben da, Christus der Gekreuzigte. Wir sind gewiß, daß die „Gährung," von welcher der Vers, spricht, nach und nach dahin gedeihen wird, daß Israel das „ungeheure Convolut" des 1800jährigen talmudischen und rationalistischen Sauerteiges gründlich ausfegen wird; und wenn der Vers, trotz seiner großen Kunst und Wissenschaft selbst das Unendliche zu fassen und die Gottheit zu begreifen, doch gesteht, nicht zu wissen, „wie es sich neu gestalten werde," so können wir ihn auf das Wort der Schrift verweisen, die ihm darüber Aufschluß geben wird. Freilich in die Theorie des Peßachwortes wird das Zeugniß der Schrift nicht passen; aber die Geschichte, wie sie vor den Augen eines Jeden, der sehen will, da liegt, stimmt mit dem Schriftzeugniß überein. Der Verfasser will von keinem „Altern," von keinem Ende Israels etwas wissen. Die Schrift sagt auch, daß Israel nie aufhören solle ein Volk zu sein, siehe z. B. Jer. 31, 35—37. Aber dabei sagt sie doch zugleich, daß der größte Theil dieses Volkes,,die Masse werde ausgerottet und nur ein Theil übrig gelassen werden; sie sagt nicht, daß es stets „urkräftig soxtleben werde vor und nach allen Völkern," sondern daß es eine lange Zeit als Volk verworfen wird; und während dieser Verwerfung und Verstoßung der Masse, des Ganzen, wird nur ein Geringes, ein Ueberbleibsel als achtes Israel hingestellt, bis endlich nach langen und schweren Läuterungen im Feuer und Ofen der Trübsal das Uebriggebliebene sich zum Herrn bekehrt. Man lese z. B. Jes. 6, 10—13, Sach. 13, 7—9. Diese Zeugnisse sagen das, was wir in den letzten 1800 Jahren bestätigt finden, und darum achten wir auch in Bezug auf die Zukunft, nicht auf die Bürgschaft des Peßachwortes, sondern auf das Zeugniß des Wortes Gottes. Dies Wort lautet bei Sacharjah also: Ueber das Haus Davids, und über die Bürger zu Jerusalem will ich ausgießen den Geist der Gnade und des Gebets; denn sie werden mich ansehen, welchen jene zerstochen haben, und werden ihn klagen, wie man klaget ein einiges

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.