Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 13 (1857)
- Issue
- 10-11 (1857)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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172 Träbern, wie z. B. dies Peßachwort, abgespeiset wird!? Weiß ein einziger Israelit, wenn er ein solches Machwerk mit Augen, Mund und Ohren vernommen hat, was Peßach ist und bedeutet? Kein Wort von der Bedeutung des Ausdrucks Peßach, woher er entstanden, woran er erinnere; kein Wort von dem Osterlamm, von dessen Schlachten, von dessen Blut, von dessen Zubereitung u. s. w. Freilich sind das lauter Dinge, die bei dem Vers, wohl noch nicht in das Reich der „Sagen" gehören mögen, denn mit Sagen hat er sich noch beschäftigt; das sind ohne Zweifel Abgeschmacktheiten, „veraltete Buchstaben, die weder weise noch religiös," und die daher auch nicht werth sind, auf die Lippen eines solchen Mannes zu kommen. Von einem Würgengel, der in der Nacht in Aegypten herumgehen und die Erstgeburten tödten sollte, von einem Lamm, das die israelitischen Hausväter geschlachtet und mit dessen Blut sie ihre Thürpfosten bestrichen hätten u. s. w., von allen diesen Dingen zu reden, würde sich ein solcher weiser Doktor nur schämen müssen. Es ist vielleicht noch sehr die Frage, ob die Israeliten ein Osterlamm geschlachtet haben, denn die Verordnung war wahrscheinlich auch doch nur mit dem „Accommodationssatz" eingeführt: „wenn Jemand Lust hat" ein Lamm zu schlachten. Er hat bei anderer Gelegenheit die ganze Bedeutung des Osterfestes in Mazzoth backen und essen gesetzt, aber das Osterlamm, das doch, wie jedes Kind weiß, die Hauptsache war, ist ihm eine fremde Sache; Blüthenduft, Vogelgesang, Lenzespracht, Blüthenmond, warme Sonne, milde Luft, das sind ihm lieblichere Dinge, in denen ist seine Bürgschaft. Sonderbar genug, daß sich solche weise Männer noch nicht schämen, das Fest „Peßach" zu nennen , da ja doch dieser Name auf den Würgengel hinweist, der an den mit Blut bestrichenen Thürpfosten vorüberging. Jndeß, wenn „Blüthenmond" nun schon eine bessere Zeit und lieblichere Benennung ist als Aehrenmond, so wird wohl auch mit der Zeit aus Peßach ein anderes und passenderes Wort gemacht werden können und müssen. Dieser Unglaube, diese freche Leugnung der Offenbarung Gottes, das ist der arge Feind, der Israel jetzt knechtet und drückt. Doch wir stimmen mit dem Vers, darin überein, daß der Gott Israels wieder eine Erlösung schaffen wird, eine Erlösung auch von