Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 13 (1857)
- Issue
- 10-11 (1857)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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171 und Geschick, des menschlichen Geistes und der Natur." Auch kennen wir noch keinen Gott der Lehre und Geschichte des menschlichen Geistes und der Natur, den uns dies Peßachwort in seinem Anfänge und Schluß vorführt. Der Vers, hat oben wiederholt von „Sagen und Ahnungen" gesprochen und ist dabei vielleicht in das Reich der Mythen und der Götterlehre der alten Heiden gerathen. Gehört dieser Gott vielleicht auch in das Gebiet der „Sagen," und will uns nun im 19. Jahrhundert der Vers, des Peßachwortes, nachdem er „am Meer" gestanden und dort gelernt hat das Unendliche zu fassen, die Gottheit zu begreifen, mit „Sagen" von neuen Göttern bereichern? Die alten Weisen redeten bekanntlich von einem Gott des Feuers, von einem Gott des Wassers; die neueren Weisen in der Allg. Zeit, des Judenth. haben nun vielleicht neue Götter zu Tage gefördert, die dem denkenden und forschenden Menschengeist besser entsprechen, so daß wir nun neben jenen Göttern für den groben Haufen, auch für die Gebildeten einen Gott der Lehre, einen Gott der Geschichte, einen Gott des menschlichen Geistes und einen Gott der Natur haben? Frankreich hat ja vor mehreren Jahren auch eine Göttin dem Volke vorgeführt, warum soll es einem solchen Manne, der das Unermeßliche stch zu eigen macht, nicht möglich sein auch neue Götter zu verkündigen und die Einheit wieder aufznlösen und in Theile zu zerlegen? Die Dibre Emeth sollen, wie es auf ihrem Titelblatte heißt, „religiöse Zustände im Judenthume beleuchten;" wir haben daher im Vorhergehenden absichtlich das Peßachwort ganz und ausführlich mitgetheilt, damit die christlichen Leser sehen und wissen, wie traurig und jämmerlich es in religiöser Hinsicht unter Israel auösieht. Denn ist es nicht ein wahrer Jammer, daß das Israel, welches Gott, der allmächtige Herr Himmels und der Erde mit mächtiger Hand und ausgerecktem Arm und mit so vielen Wundern und Zeichen aus Aegypten erlöset, das er so viele Jahrhunderte hindurch so wunderbar erhalten, durch so unbegreifliche Gerichte hindurchgeführet, unter dem so viele. Propheten und gewaltige Zeugen die reine Lehre des Herrn verkündigt haben, und dem so große und herrliche Verheißungen gegeben sind, die ihrer gewissen Erfüllung entgegensehen: mit solchen elenden