Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 13 (1857)
- Issue
- 10-11 (1857)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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170 Lehre und Geschichte des menschlichen Geistes und der Hatur — mag dann der eitle, blöde Staub dem Winter verfallen und sterben — wir leben im ewigen Frühling Gottes, der aus jedem Aegypten uns herausführt, und jedes Schilfmeer vor uns spaltet, sein Licht, sein Himmel umgiebt uns.— Amen!" Der Schluß entspricht dem Anfänge. Wie der Vers, davon ausging, daß der Blülhenmond viel geeigneter sei für Peßach, als die von Gott bestimmte Zeit des Aehrenmonats, so schließt er auch mit den Wunsch - und Ermahnungsworten: „Lasset uns stets Peßach feiern im Blüthenmond." Es lasse sich daher kein Israelit etwa den Gedanken beschleichen, daß der Gott Israels doch die Zerstreuung seines Volkes bald in Gnaden ansehen und demselben eine Erlösung senden möge, damit sie wieder in das Land zürückkehren möchten, wo sie nicht im Blüthen« sondern im Aehrenmond Peßach feierten. Der Blüthenmond geht dem Vers, über Alles. Er spricht zwar schließlich noch von einer „Herausführung aus jedem Aegypten" und von einer Spaltung jedes Schilfmeeres;" aber das Land der Väter, Jerusalem mit seinem Peßach im Aehrenmond, kommt ihm nicht in den Sinn. Er freut sich hinausgeschleudert zu sein in die Welt und diese seine Heimath nennen zu können. Nur die Aegypten und Schilfmeere stören die Freude und den vollen Genuß des Blüthenmondes noch ein Bischen. Diese Aegypten und Schilfmeere scheinen entweder die christlichen Gesetze und Rechte zu sein, die noch einen Unterschied machen zwischen Juden und Christen; wenn diese Bande und Schranken erst noch werden gefallen sein, dann ist nach der Ansicht des Vers, der rechte „ewige Frühling" angebrochen, wo das geistige Peßach gefeiert wird. Oder diese Aegypten und Schilfmeere müßten die nichtisraelitischen Völker sein, auf deren Tod der Verfasser hofft. Erscheint vergessen zu haben, daß er der Menschheit eine Bürgschaft gegeben hat, sie altere nicht; er hat vergessen, daß, was auch der Mensch nach eigenem Rath und Willen thut, Gottes Werk ist. Diese Aegypten und Schilfmeere scheinen dann doch nicht Gottes Werk zu sein. Wenn wir aber im Dunkeln gelassen werden über die Aegypten und Schilfmeere, so wissen wir noch viel weniger, was das für ein Fest sein soll, „das Fest im geoffenbarten Gott der Lehre