Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 13 (1857)
- Issue
- 10-11 (1857)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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169 ten Theil sagte, daß sie abstirbt, und die er selbst ein verderbliches „ Netz von Satzungen und Bräuchen und Buchstaben" nennt, „Gesetz und Sitte vergangener Zeiten, die weder weise noch religiös?" Sollte denn-der Vers, im dritten Theil das Religionsgebäude wieder aufrichten wollen, dem er im zweiten den Untergang wünscht und bedauert, daß „das ältere Geschlecht" diese Religion noch immer „in Starrheit wahret?" — Oder ist die Religion, an welche sich der Israelit halten soll, die in der letzten Zeit angestrebte Religion der Reform, mit einem Worte: der Unglaube? Diese Religion ist ja noch nichts Fertiges, Vollendetes, der Vers, sagt selbst, man wisse noch nicht, wie dies Neue sich gestalten werde, und er kann doch wohl nichts Anderes darunter meinen, als die Religion. Da „gährt es noch;" der Eine will dies aus der Bibel beibehalten, der Andere jenes; der Eine diesen, der Andere jenen Satz des Talmud's; der Eine hält Dies in der Bibel für Accommodation, der Andere Jenes für alt und abgeschmackt. — Oder soll die Weisung an jeden Jsraeliten: „halte dich an deine Religion," so viel heißen, als: halte dich an deine eigene Vernunft, glaube weder der Bibel, noch dem Talmud, noch dem Rabbiner, er wohne in Magdeburg oder wo er wolle; halte dich an dich selbst, hilf dir selbst? — Oder endlich, ist unter der Religion die Bibel, das alte Testament zu verstehen? Das wäre allerdings die Lehre und Religion Israels, und wir wünschen von Herzen, daß Israel dies Buch als sein Religionsbuch ansehen, zu demselben zurückkehren, es ergreifen und an die in demselben geoffenbarte Religion sich halten möge. Aber diese Religion ist nicht die Religion, welche die Allg. Zeit, des Judenth. lehrt und empfiehlt. Wie könnte man im aufgeklärten 19. Jahrhundert zu einem Religionsbuche zurückkehren wollen, das so veraltete Lehren und Vorschriften enthält? wie könnte man ein Buch, das Lehren, wie Versöhnung durch Opfer verkündigt, als Religionsbuch annehmen wollen? Also, welche Religion der Vers, meint, wird uns wohl erst ein späteres Pcßachwort berichten müssen. Der Schluß lautet also: „Ja, lasset uns stets Peßach feiern im Blüthenmond, nicht allein das Peßach des Jahres, das Fest zu seiner Zeit, sondern das geistige Peßach zu aller Zeit, dieses Fest im geoffenbarten Gott der