Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 13 (1857)
- Issue
- 10-11 (1857)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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168 wird dir der Himmel helfen," darin haben wir uns getäuscht. Wir müssen hier bekennen, daß der Vers. doch noch einen persönlichen Gott anzuerkennen scheint; denn er spricht wenigstens nicht blos von einem „Himmel," sondern von einem „Höchsten," von „Gott." Aber die Nebeneinanderstellung von Gott und Menschheit, wie sie hier geschieht, nimmt sich eigenthümlich aus. Der Mensch soll „seinen Geist zu Gott und Menschheit erheben." Wir möchten gern in der „Erhebung des Geistes zu Gott" das kindlich betende Herz finden, wie es sich zu Gott aufschwingt und von ihm Hilfe begehrt; aber das ist offenbar dem Vers, eine ganz fremde Sache, und wir würden seinen Worten einen ganz falschen Sinn andichten, wenn wir dies darin finden wollten. Denn einmal ist das ganze Peßachwort nicht von einem solchen Sinn und Geist angethan; dann steht die Menschheit neben Gott, und zur Menschheit wird sich doch der Vers., der schon in seiner Einleitung für die Einheit Gottes eiferte, nicht betend erheben; und endlich ist durchaus kein Wort und Gedanke in diesem Satze, das oder der darauf hindeute, daß der Mensch, der seinen Geist zu Gott erhebt, durch diese Erhebung Etwas von Gott begehren oder erlangen wolle. Der Mensch soll nur thun und thätig sein, sich erstens selbst helfen, zweitens sich zu Gott erheben und mit Gott leben. Ist dieses Leben mit Gott so zu verstehen, wie es z. B. in der Bibel von Henoch heißt: Er wandelte mit Gott, er führte ein göttliches Leben; oder soll es so viel heißen: der Mensch wird Gott gleich und stellt sich neben die Gottheit? — Die letzte Regel des Peßachwortes beißt: „Endlich: Du Israelit, halte °dich an deine Religion, an die hohe Aufgabe deines Stammes, an seinen Ursprung und sein Ziel, dafür arbeite deines Theils, dafür ringe mit Feuer, dem gebe dich hin und erfülle dich dessen: und wahrlich, volle, duftende Blüthen treibt dein Leben noch dicht am Rande deö Grabes." Wir wollen zu diesem Satz, der in sprachlicher und sachlicher Hinsicht wieder charakteristisch ist, nur eine Bemerkung machen. Welches ist denn die Religion, an die der „Israelit sich halten soll?" Ist es die Religion, die seit 1800 Jahren in Israel herrschte, gelehrt und gehalten wurde, die Religion des Talmuds und des Rabbinismus? Ist das nicht die Religion, von der der Verf. selbst im zwei-