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Dibre Emeth · 1857-01-01 · 10-11 (1857) · page 23

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
13 (1857)
Issue
10-11 (1857)
Date
1857-01-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
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167 der Herr so fromm ist, mein Hort, und ist kein Unrecht an ihm; dies Peßachwort aber macht Gott zum Urheber und eigentlichen Thäter alles Bösen in der Welt; verkündigt demnach nicht, daß der Herr gut und fromm und kein Böses an ihm ist. Der Gerechte im angeführten Psalm ist ein einfältiger Mensch, der seinen Gott nicht begreifen kann, denn er sagt V. 6: Herr, wie sind Deine Werke so groß! Deine Gedanken sind so sehr tief. Dieser Gerechte nennt die großen Vernunfthelden, die alles begreifen, Thoren und Narren, wenn er V. 7 hinzusetzt: Ein Thörichter glaubt das nicht, und ein Narr achtet solches nicht. Die Gerechten im 92. Psalm sind also im offenbaren Gegensatz zu dem Vers, des Peßachwortes, zu dem letzteren dürfte daher wohl der 8. V. passen, aber nicht der 15. Wir sagten oben, der Verfasser müsse es selbst gefühlt haben, daß es mit seiner Bürgschaft, die er in der Peßachfeier im Blüthenmond giebt, mißlich stehe; er scheint hier im dritten Theil dies noch stärker gefühlt zu haben. Denn kaum hat er gesagt; „Peßach im Blüthenmond ist die Bürgschaft, daß du am siebzigjährigen Stamme noch Blüthen des Lebens treibest:" so-fügt er sogleich einige Verhaltungsregeln und Anweisungen hinzu, wie man es machen müsse, um nicht zu altern. Also ist doch die Peßachfeier schon wieder nicht die Bürgschaft, sondern Dinge, die mit Peßach gar nichts zu thun haben. Und was sind diese Dinge? „Zuerst: alles äußere Geschick überwinde" u. s. w. Das heißt doch nichts Anderes, als nach der „Devise des jüdischen Lehrerstandes" handeln: „Hilf dir selber" und diese Selbsthilfe ist'dann bei dem Verfasser gleichbedeutend mit Gottvertrauen; denn zum Beweise seiner ersten Regel führt er die Worte Jesaias an: die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, oder wie der Verfasser sagt: „Wer Gott vertraut, der altert nicht, seine Kraft erneuet sich aller Zeit." Die zweite Regel: „Alsdann: lenke deinen Geist zum Höchsten, erheb ihn zu Gott und Menschheit, erhalt ihn in der Höhe, mit Gott zu leben früh und spät und der Menschheit zu dienen deinen Theils in Kraft und Ausdauer — dann vrp o'M-n 0'3’bh (Ps.) bleibst du frisch und blühend auch im hohen Alter noch." Wir hatten gemeint, die zweite Weisung würde lauten: „So

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