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Dibre Emeth · 1857-01-01 · 10-11 (1857) · page 21

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
13 (1857)
Issue
10-11 (1857)
Date
1857-01-01
Page
– (sequence 21)
Language
German
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165 „Ach, und da kommt oft eine Zeit über uns, da wir sagen müssen: Wie ist es Winter in uns, um uns! wie ist unser Glück zertrümmert, unsre Lebensflur so leer und blumenlos, unsre Sonne in Nebel und grauem Gewölk verborgen, wie unsre Gefühle so abgestorben, unsre Aussicht so öde, unser Geist so niedergeschlagen. Aber fürwahr! m. Fr. — das sollte es nicht sein." Was „es nicht sein sollte" wissen wir nicht, ob es nicht „Winter" sein soll, oder ob das Jammern und Weimern nicht sein soll? — Aus dem Folgenden scheint hervorzugehen, daß das Klagen nicht sein soll. Aber wie kann denn der Vers, zu irgend einem Menschen sagen, daß er Unrecht thut in dem, was er thut, sei es, daß er klage oder jubele, da er doch eben erst mit einem Ausrufungszeichen erklärt hat, daß, „was nun auch der Mensch nach eigenem Rath und Willen thut, Gottes Werk ist!?" — Kündigt sich nicht der Vers., abgesehen von dem grellen Widerspruch, in den er abermals mit sich selbst und seinen eigenen Worten geräth, als einen Menschen an, der wider Gott kämpft und streitet, wenn er sagt, der Winter oder das Klagen soll nicht sein, und Beides ist doch nach seinen Worten „Gottes Werk." Aber ein drittes ist und muß natürlich auch „Gottes Werk" sein, nämlich was der Vers, thut, denn es ist ja Alles, „was nun auch der Mensch thut, Gottes Werk." Und daß sein eigenes Thun nicht etwa das Thun einer geringen Autorität sei, geht aus dem unmittelbar Folgenden hervor, wo der Vers, mit einer guten „Dosis" von Anmaßung jenem Winter oder jenen Klagen, die doch „Gottes Werk" sind, ein gebieterisches und gewaltiges Wort entgegensetzt und gleich einem Gott auf Erden also spricht: „Ich sage Euch: der Mensch altert nie und er stirbt nie; er braucht nicht zu altern, er kann jung und frisch bleiben; ob auch mein Haar grau und mein Auge dunkel und meine Hand zitternd wird; ob auch mein Fuß die Schnellkraft der Jugend verliert und meine Lippen den Fluß der Rede — auf dich, auf dich kömmt es an, daß durch jeden Winter ein neuer Frühling in deiner Brust, in deinem Herzen dringt, (Ps.) iw pau» m’ea daß du am siebzigjährigen Stamme noch Blüthen des Lebens treibest. Dies Peßach im Blüthenmond ist dir Bürgschaft. Zuerst: alles äußere Geschick überwinde, die Rettung, die Erlösung ist dir so nahe,

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