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Dibre Emeth · 1857-01-01 · 10-11 (1857) · page 20

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
13 (1857)
Issue
10-11 (1857)
Date
1857-01-01
Page
– (sequence 20)
Language
German
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164 kaum denken. Wenn aber Israel aus den Trümmern Jerufchalajims so kräftig hervorging und „siebzehn Jahrhunderte durch das Mittelalter" — hat denn das Mittelalter siebzehn Jahrhunderte gedauert? — „kräftig lebte," wo und wann hat denn der Winter angefangen? Eine solche „neue Geburt," wie die war, welche „aus den Trümmern Jerufchalajims" hervorging, wünschen wir Israel nicht. Achtzehnhundert Jahre hat Israel in seinen Gebeten gejammert und geklagt, geseufzet und geweint über den Winter, der mit Jerufchalajims Trümmern über sie gekommen ist, nun fällt es dem Vers, des Peßachwortes ein zu sagen, das war kein Winter, das war ein herrlicher Frühling, das war eine neue Geburt. Dann ist es nicht zu verwundern, wenn es auch im Peßachworte „gährt"; aber dieses „Gähren" in der jetzigen Verkündigung der Lehre Israels, in seinem Schristenthum u. s. w., welches der Vers, mit so großer Wonne begrüßt, ist purer Sauerteig, wie der Vers, doch wohl selber wissen wird, daß nur der Sauerteig, nicht aber der Süßteig „gährt". — Endlich der dritte Theil des Peßachwortes beginnt also: IH. „Aber wie? ist nicht auch jedes einzelnen Menschen Leben ein Gotteswerk? Unter welchen Verhältnissen, von welchen Eitern, in welcher Zeit und Heimath, in welcher Umgebung er dich geboren werden ließ, es ist sein Werk; was seine Hand dir mitgegebcn an Anlage des Körpers und Geistes, es ist sein Werk; und was nun auch der Mensch nach eigenem Rath und Willen in den gegebenen Verhältnissen thut — wie es sich um uns schickt und trifft, das ist Gottes Werk." Was also „der Mensch nach eigenem Rath und Willen thut," auch wenn er in dem Sauerteige der Bosheit und Schalkheit Peßach feiert, auch wenn er sich allen Sünden und Lastern ergiebt, das soll Alles „Gottes Werk" sein?! — Ist das Israels Lehre? Es ist dieselbe, die wir schon oben vernommen haben. „Was der Mensch nach eigenem Rath und Willen," nach dem bösen Dichten und Trachten seines Herzens „thut", das ist nicht sein — des Menschen — sondern „das ist Gottes Werk!" — Wir sagen noch einmal, das ist greulicher, gotteslästerlicher Sauerteig! Dann kommt wieder ein Winterjammer, der also lautet:

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