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Dibre Emeth · 1857-01-01 · 10-11 (1857) · page 16

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
13 (1857)
Issue
10-11 (1857)
Date
1857-01-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
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160 sein, die in den Predigten in den jüd. Synagogen diese Lehre Israels verkünden. Wir kennen nicht bloß dieses Peßachwort, wir haben auch andere jüd. Predigten gelesen und Rabbiner gehört, müssen aber leider bekennen, uns nicht erinnern zu können, daß wir Stimmen vernommen hätten, die auf „Umkehr zu Gott" gedrungen hätten, auf eine innere Aenderung des Herzens und Sinnes, was doch die Umkehr zu Gott ist. In einer Peßachpredigt oder in einer andern nur so nebenbei mit einem einzigen Worte derselben erwähnen und dabei noch etwas ganz Anders darunter verstehen, als was die Bibel versteht, das ist doch wahrlich noch kein Weckruf zur Buße. In allen diesen Stimmen ist entweder ein Ermahnen zu Beobachtungen äußerer Ceremonien, wie in diesem Peßachwort: Feiert Peßach! oder höchstens ein Predigen von Tugend und Sittlichkeit, wo der Mensch Alles allein ist, Alles allein vermag, und wo er weder einen Gott braucht, noch auch sich zu ihm wendet. Es ist allenfalls von Aenderung in äußern Dingen die Rede, die Schrift sagt aber: Willst du dich Israel bekehren, so bekehre dich zu mir, und klagt: sie bekehren sich, aber nicht recht. Es giebt also falsche Bekehrungen, die aber der Gott Israels nicht anerkennen will. — „Das Schriftenthum Israels," sagt unser Verf.'weiter, „geht einer neuen schönen Entfaltung entgegen." Was ist aber dieses Schriftenthum? Ist es nicht entweder eine Auffrischung des alten rabbinischen Aberglaubens, der Israel 1800 Jahre geknechtet und in der Gottentfremdung erhalten hat; oder des rationalistischen Unglaubens, wie er besonders in diesem Jahrhundert unter Israel eingerissen ist, und der ihnen wohl den verderblichen Talmud zum Theil nimmt, was an sich recht gut wäre, wenn ihnen nur dafür etwas Besseres, die Bibel lieb und theuer und unentbehrlich gemacht würde. Aber wie schon oben erwähnt, wird diese ihnen ebenfalls genommen, indem dieselbe zu einem bloß menschlichen Buche herabgewürdigt wird. Es bleibt ihnen nun weiter nichts als das Bischen Vernunft, und was sie mit derselben und ihrer menschlichen Kraft ausrichten können. In Nr. 16 der Allg. Zeit, des Jud. beginnt ein Artikel, der die Ueberschrift führt: „Die Lehrerconferenz am 12. und 13. Mai zu Crefeld" mit den Worten: „„Hilf dir selber und der Himmel wird dir helfen.""

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