Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 13 (1857)
- Issue
- 10-11 (1857)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2554541-2554677-2554684--02758-2558638- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
159 nicht mir schon vorher ein frommer König, 2 Kön. 22,2., sondern er machte auch, als man das Gesetzbuch im Tempel gefunden hatte, einen Bund vor dem Herrn, daß sie sollten wandeln dem Herrn nach und halten seine Gebote, Zeugnisse und Rechte, von ganzem Herzen und von ganzer Seele, daß sie aufrichteten die Worte dieses Bundes, die geschrieben standen in diesem Buch. Und alles Volk trat in den Bund. Dann ließ er den Tempel reinigen, und dann gebot der König dem Volk: Haltet dem Herrn, eurem Gott, Peßach. 23. 21. Die Umkehr Israels zu Gott ist also das Erste, die Hauptsache, die Bedingung; soll es mit Israel anders, soll es Frühling werden, so muß es sich zu Gott bekehren. Vergebens aber hofft man aus dem Pcßachworte zu erfahren, was der Vers, sich unter Umkehr zu Gott denkt; ob ihm dieselbe die große Hauptsache ist, ans die Alles ankommt, und ohne welche alles Andere umsonst ist, das steht dahin. Es scheint ihm vielmehr eine große Nebensache, eine große Kleinigkeit zu sein; denn wir haben bisher in diesem Peßachworte so viel von Blüthenmond, von Lenz, und allem Möglichen gehört, aber nur einmal ein Wort von Umkehr zu Gott. Oder will er nicht die Umkehr zu Gott vielleicht in den Stücken finden und schildern, die er als erfreuliche Zeichen einer bessern Zeit anführt? Wir glauben nicht dem Sinn des Vers, eine falsche und ihm fremde Deutung zu geben, wenn wir seine Worte also verstehen. Und was sind nun diese Dinge, in denen sich dann die Umkehr zu Gott bekunden würde? Er sagt, wie wir oben lasen: „Höret ihr nicht die Stimmen, die Israel wach rufen, aller Orten, die lauter und stärker seine Lehre verkünden vom Ufer des stillen Oceans bis in die Wüsten Syriens?" Jedenfalls sollten wir denken, müßten in diesen Stimmen deutliche Töne angegeben sein, Töne, die sich auf das Wort der Schrift gründen und stützen, wenn sie Israel wach rufen sollen. Soll ein Mensch und sogar ein Volk aus seinem Sündenschlafe wach gerufen werde», da helfen keine auch noch so blumenreichen Floskeln und schönklingenden Phrasen, da gilt es vielmehr mit dem lebendigen Wort des lebendigen Gottes an den Schlafenden heranzutreten. Dies Wort ist wie ein Hammer und Feuer und soll nicht leer zurückkehren. Es sollen doch wohl die Stimmen gemeint