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Dibre Emeth · 1857-01-01 · 10-11 (1857) · page 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
13 (1857)
Issue
10-11 (1857)
Date
1857-01-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
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158 Israel, keine Bürgschaft für die Menschheit, keine Bürgschaft für den Einzelnen; ja Peßach allein ist nicht einmal Bedingung dafür, daß die Menschheit oder Israel nicht altere. Es scheint, als ob der Vers., der sein Peßachwort im Blüthenmond schrieb und sein Peßach im Blüthenmond feierte, von „dem Duft der Blüthen," von „den Gesängen, mit denen die Schwalbe, die Lerche, die Nachtigall die Gebüsche und den stillen Wald durchtönen," so betäubt und hingeriffen worden ist, daß er nur ein süßes Gefühl empfunden, in demselben aber seiner Gedanken gar nicht mehr Meister werden konnte und nicht mehr wußte, was er setzte und was er schrieb. — Ist es wahr, was das Peßachwort von Anfang bis Ende beweisen will, daß „Israel nicht altert," weil Israel stets und überall Peßach gefeiert hat und noch feiert, was braucht es denn erst „Frühling zu werden?" so muß ja doch, wo kein Altern statt findet, auch kein Herbst und kein Winter eingetreten sein, sondern es ist ein ewiger Frühling. Erwartet aber der Vers, von „Israels Umkehr zu Gott" eine Aendernng, nicht von dem Befehl Gottes, sondern von Israels Gehorsam gegen diesen Befehl, dann sind wir mit ihm einverstanden, denn der treue und wahrhaftige Gott giebt uns in seinem Worte die Bürgschaft: wenn Israel sich bekehrt, so wird ihm geholfen. Es ist nicht nöthig erst Zeugnisse dafür anzuführcn, wir finden sie in Moses, in den Propheten und in den Psalmen, im Alt. und im N. Test. Die Mänrier Gottes, die je zu Israel geredet haben, gingen nie davon aus: feiert Peßach, haltet Sabbathe, beobachtet Jahreszeiten, sondern sie legten erst einen guten Grund und riefen: Bekehret euch, kehret um von euren bösen Wegen, wendet euch zu Gott; nicht die äußere Form der Beobachtung war ihnen die Hauptsache, sondern das: Ach, daß sie ein solches Herz hätten, mich zu fürchten, und zu halten alle meine Gebote ihr Leben lang. 5 Mos. 5,29. Im Innern legten sie erst den Grund, pflanzten erst einen guten Baum, und wußten, daß dann auch gute Früchte, rechte Feiertage u.s.w. kommen würden. Auch in den vom Vers, angeführten Worten des Königs Hiskias ist die Bekehrung der Grund, und die Peßachfeier folgt dann erst. Eben so ist es in der andern Stelle vom Könige Joschijah, denn derselbe war

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