Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 13 (1857)
- Issue
- 10-11 (1857)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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156 Frage übrig, nämlich, wo steht denn in der Bibel — und hier müssen wir noch einmal in den ersten Theil des Peßachwortes zurückgehen, und denselben dazu nehmen — daß Israels Peßachhalten die Bedingung dafür wäre, daß dann die Menschheit nicht altern werde, daß dann Israel nicht altern werde? Meint denn der Verfasser, daß Israel durch seinen Gehorsam und durch seine Beobachtung eines einzigen Gebotes, nämlich des Gebotes: feiert Peßach, uns Heidenvölkern ein Verdienst erwerbe? meint er damit sagen zu wollen, daß Israel für unser Thun verantwortlich ist, für unsre Sünden leiden muß, und wir um Israels Gerechtigkeit willen und durch dieselbe gerecht werden können, und zwar dies Alles um der einzigen Beobachtung willen, daß sie im Blüthenmond Mazzoth backen und essen? — Das wäre ja abermals ein greulicher, talmudischer, antibiblischer Sauerteig, da die Worte der h. Schrift, wie sie z. B. Hes. 18, 20 stehen: Welche Seele sündiget, die soll sterben, und andere Stellen desselben Wortes so klar sind, daß sie Jedermann verstehen kann. Oder wo steht denn in der Bibel, daß auch nur Israel nicht altern werde, wenn es Peßach im Aehrenmond dort, im Blüthenmond hier feiern werde? Hat nicht Israel, wie der Verfasser im ersten Theil in triumphirender Weise aufzählt, Peßach gefeiert „in Babel und Niniveh, in Susa und Memphis," und an allen Orten und in allen Jahrhunderten „dort im Aehrenhier im Blüthenmond?" Ist denn in Folge dieser Peßachfeier Israels Rettung gekommen? oder lastet nicht noch'heute nach 1800 Jahren ein eben so trauriger, öder und eisiger Winter auf Israel? Ist es denn etwa, wie der Verfasser sagt, eine bloße „Sage", eine bloße „Meinung", „ein Gefühl, eine Ahnung," daß Israel in 1800 Jahren keine Hilfe gekommen ist, oder ist es nicht vielmehr eine schauerliche Wirklichkeit? Der Verf. muß es selbst gefühlt haben, daß weder in dem Befehl: Feiert Peßach, noch auch in der kahlen, kalten äußern Beobachtung dieses Gebotes eine Bürgschaft oder eine Bedingung für das Ende des Winters und der Erstarrung gegeben ist. Er nimmt daher noch eine andere Stelle, ein Wort des Königs Hiskias 2 Chrön. 30. hinzu, in welcher Stelle von Bekehrung zu Gott und Peßachfeier die Rede ist, und die im Peßachwort lautet: „kehret um zu Gott und feiert