Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 13 (1857)
- Issue
- 10-11 (1857)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2554541-2554677-2554684--02753-2558633- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
154 run's in allen Welttheilen; gehet nicht das Schriftenthum Israels einer neuen, schönen Entfaltung entgegen und wird überall freudig begrüßt; sicht man nicht aller Orten mit neuem Eifer Institute, Lehranstalten, Stiftungen aller Art hervorgehen? Ja, es ist nicht zu verkennen, Israel in seiner alten Gestalt, in der Gestalt, wie es aus den Trümmern Jeruschalajims erwuchs, um siebzehn Jahrhunderte durch das Mittelalter kräftig zu leben und allen Angriffen zu widerstehen, stirbt ab, aber um ganz wie damals, sich neu zu gebären, neu zu gestalten ... wie? ist noch nicht abzusehen, aber es wird, es gährt und schafft in ihm, der Frühling erwacht, noch starren die kahlen Zweige der Bäume in die Luft, noch drängen sich kaum die Blätterknospen heraus — aber die Sonne leuchtet schön, die Lust ist warm; es wird Frühling in Israel: denn Israel altert nicht, weil rp n»yo Werk Gottes vyww ye: „„die Pflanzung seiner Wonne,"" unvergänglich." Wieder ein leerer Wortschwall! ES geht aus einem Widerspruch in den andern. Zuerst pries der Verfasser das beständige urkräftige Leben, dann war es auf einmal Winter und es ertönte ein Klagelied; hier wird schon wieder gejubelt und gejauchzt; denn der Winter ist dahin, „der Frühling ist erwacht, die Sonne leuchtet schön, die Luft ist warm." Das ist ein rascher Wechsel, viel rascher als in der Natur! Schade nur, daß wohl die Augen der Meisten noch so umflort sind, und daher diesen Frühling in Israel noch nicht so hell und klar sehen können, um mit in das Jubellied einzustimmen. Der Verfasser sagt: „Die Bürgschaft ist gegeben," nämlich dafür, daß der Winter in Israel weichen und der Frühling kommen muß. Diese Bürgschaft findet er in dem Befehl: „Feiert Peßach" und in den Worten des Königs Chiskijah: „kehret um zu Gott und feiert das Peßach." Es scheint, daß der Verfasser nicht weiß, was Bürgschaft ist. Nach seinen klaren, einfachen Worten ist die Bürgschaft in dem Befehl enthalten: „Feiert Peßach." Aber ist denn ein Befehl schon die Bürgschaft für das, was erst aus der Beobachtung des Befehls entspringen soll? Wohl wissen wir, was die Schrift sagt: Der Herr spricht und es geschieht; er gebietet und es steht da. Das Wort des Herrn ist Bürgschaft, eine sichere und zuverläßige Bürgschaft.