Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 13 (1857)
- Issue
- 10-11 (1857)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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152 steht man auf die Sabbathe und Feste und Gotteshäuser dieses Israels, wie ste so verödet und verlassen sind, sieht man aus die Erziehung der Jugend, wie alle Religion aus den Häusern geschwunden, wenn die Eltern ihre Kinder ohne Gott und Gebet, ohne Liebe und Eifer für ihr Judenthum großziehcn, ja sie selbst zur Religionslosigkeit führen — fürwahr! da überkömmt Jeden das Gefühl, es ist eine Zeit des Winters, der Erstarrung gekommen endlich auch über dieses Israel, das dem so lange widerstanden." ... Also unmittelbar auf die Lobrede auf Israel, daß es „von Abraham an bis heute seines Gottes Lehre getragen, gelehrt, gegen der Nationen Antasten geschützt habe, kommt ein arger „Windstoß aus einer Schneeregion" und vernichtet mit einem Male, in einem Nu, all die eben gepriesene Herrlichkeit Israels! Es bleibt an ganz Israel auch nicht ein Fetzen Gutes, „denn das ältere Geschlecht hat sich eingesponnen in das Netz" des Talmuds; „das jüngere Geschlecht verhöhnt alle religiöse Erscheinung, die Sabbathe und Feste und Gotteshäuser sind verödet, aus den Häusern ist alle Religion geschwunden, die Eltern führen ihre Kinder zur Religionslosigkeit." Wir fragen wieder einfach: ist die Schilderung des Verfassers wahr oder nicht? Ist sie nicht wahr, so ist er ja ein schändlicher, verleumderischer Lügner; ist aber die Darstellung wahr, und nach der Kenniniß, die wir von dem gegenwärtigen religiösen Zustande Israels haben, müssen wir dem Verfasser beistimmen, daß es also unter Israel aussieht; ist'aber der Zustand ein solcher, wie kann dann der Verfasser sagen, daß Israel „bis heute (sich) seiner Aufgabe bewußt" gewesen wäre? Ist denn ein so gänzlicher und allgemeiner Verfall, eine solche Aenderung zum Schlechten, ein so eisiger Winter in einer Nacht eingetreten? Oder ist nicht vielmehr der Zustand, wie er heute bei dem ältern Geschlechte sich findet, seit 1800 Jahren in der ganzen Nation herrschend gewesen? Und wenn seit 1800 Jahren Israel in ein Netz von Satzungen u. s. w. sich eingesponnen hat, ist es denn je und je treu gewesen zu lehren den Nationen die Lehre Gottes? Verdammt der Verfasser auf der einen Seite dies Eingesponnensein in Satzungen, wie kann er denn auf der andern es loben? Reime diese und andere Widersprüche, wer sie reimen kann. Und das jün-