Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 13 (1857)
- Issue
- 10-11 (1857)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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151 ligkeit, als des pekuniären Vortheils wegen, »»^betrachtet es als Ehrensache, mit denselben Ueberraschendes zu leisten. Der Schreiber dieses war daher schon öfters Zeuge" u. s. w. Und nun folgen die bereits oben angeführten Worte von der „Dosts Risch us." Das Peßackwort sagt: „Israel lehre den Nationen Gottes Lehre;" dieser Schreiber aber sagt: „Von dem jüdischen Religionsunterrichte werden die christlichen Kinder natürlich ausgeschlossen; Proselytenmacherei sei dem Judenthume fremd." Ist nun die erstere Behauptung wahr, so fragen wir: Wo und wie „lehren" denn die Juden „den Nationen die Lehre Gottes," wenn sie „die christlichen Kinder vom Religionsunterrichte ausschließen?" haben sie geheime Lehranstalten? gehen sie nach jesuitischen Grundsätzen zu Werke, daß sie im Trüben und Geheimen ihre Lehre ausbreitcn? Wenn „Proselytenmacherei dem Judenthum fremd ist," warum spricht denn die Judenzeitung an andern Orten wieder von „glänzenden Commentarstücken" als Beweisen des Erfolges ihrer Mission? Eine Mission, die nicht darauf ausgeht, Proselyten zu machen, ist keine Mission. — Weiter heißt es im Peßachworte: „Aber auch durch dieses Israel gehet eine Sage, eine Meinung: es ist Winter geworden in Israel, ein Gefühl, eine Ahnung, daß auch dieses Israel altere, absterbe, sich auflöse, zersetze, untergehe! Und fürwahr! nicht ohne Grund und Anlaß. Sieht man auf das ältere Geschlecht, wie es sich eingesponnen in ein Netz von Satzungen und Bräuchen und Buchstaben, aus dem es nicht heraus kann, aus dem es keine Masche lösen, keinen Faden scheiden will, so veraltet sie auch seien, wie es neben dem göttlichen Gesetze Moscheh's noch Gesetz und Sitte vergangener Zeiten, die weder weise, noch religiös, in Starrheit wahret — stehet man dann wieder auf das jüngere Geschlecht, wie es der Religion entsagt, wie es alle religiöse Erscheinung verhöhnt, wie es für Lehre und Geschichte, und Gesetz keinen Sinn und kein Herz hat, sondern in das eitelste Jagen nach Erwerb und Genuß und einer nur scheinbaren, äußern Bildung aufgeht, wie es mit den alten. Satzungen Israels auch seine alten Tugenden aufgiebt und in Frivolität und entnervende Sittenlosigkeit versinkt, wie ihm sein Bekenntniß nicht theuer, sondern verkäuflich um jeden Lohn, wenn er ihm geboten —