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Dibre Emeth · 1857-01-01 · 8-9 (1857) · page 27

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
13 (1857)
Issue
8-9 (1857)
Date
1857-01-01
Page
– (sequence 27)
Language
German
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139 werden wir gemißhandelt und verspottet und sind die Sclaven der wilden Araber, und die Schmach ihres gottlosen Samens? Sind wir nicht die Nachkommen Abrahams, fließt nicht das Blut der Propheten und Märtyrer in unfern Adern? O Gott, o barmherziger Gott, wenn wir wirklich mit unfern Sünden die Angst und Leiden verdient habe», die wir erdulden, dann offenbare doch in deiner unendlichen Erbarmung unserm verfinsterten Berständniß, was uns verborgen ist, und gicb uns zu erkenne», was so geheimnißvoll ist!" Dies ergreifende Stoßgebet erregte mein tiefstes Mitleid, so daß ich sie mit herzlicher Wehmuth ermahnte, den Beistand des heiligen Geistes zu suchen, der allein im Stande sei, ihr Gemüth zu erleuchten, ihr Herz gehorsam und ihren Willen geneigt zu machen, sich der Liebe des Vaters zu überlassen und das Opfer des Sohnes zu ihrem Heil anzunehmen. Während wir so im besten Gespräch waren, klopfte Jemand stark an die Thüre, und als dieselbe geöffnet wurde, trat ein anständiger Muhamedaner mit zwei Begleitern ein. Es freut mich, Abdallah, sagte er, daß Sie glücklich nach Menakha gekommen sind, möge Gott Sie ferner schützen und in Frieden nach Sana« leiten. Als ich auf diesen freundlichen Gruß geantwortet hatte, erzählte mir mein Besucher, der ein Bruder von Ali Zarkhee, des reichsten Kaufmanns in der Provinz Sanaa war, es gehe das Gerücht in der Stadt, daß ein Nazarener angekvmmen sei, beladen mit Büchern und Geld, um die Landesreligion umzuftürzenz und, fügte mein Freund hinzu, wenn dieses Gerücht zu den Beduinen kommt — und das wird es noch vor morgen Abend — so wird Ihre Weiterreise nach Sanaa gradezu unmöglich. Diese Nachricht, welche die Juden, aus deren Wort ich mich verlassen konnte, bestätigten, vereitelte meine Pläne, und zwang mich, trotz der zweitägigen vergangenen schweren Reise und meiner verwckideten und entzündeten Füße, vor Tagesanbruch wieder aufzubrechen. Mein Freund versprach mir einige seiner Beduinen mitzuschicken, um mich bis zur nächsten Station zu begleiten. Noch ehe die festgesetzte Stunde gekommen war, weckten mich zwei rothbraune, wild aussehende Araber aus meinem unruhigen Schlummer. Meine neuen Begleiter waren echte Söhne der Wüste, verwegene, starke

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