Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1857-01-01 · 8-9 (1857) · page 25

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
13 (1857)
Issue
8-9 (1857)
Date
1857-01-01
Page
– (sequence 25)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2554541-2554677-2554683--02735-2558614
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

137 denen, die in dem A. und N. Test, nur ein geistiges Israel finden, d. h. die unter Israel nur die christliche Kirche oder die Gläubigen verstehen und von einem leiblichen Israel nichts wissen wollen; wir sind nicht von denen, die nur die Drohungen und Flüche des Wortes Gottes für das leibliche Israel gelten lassen, die Verheißungen und Segnungen aber dem leiblichen Israel nehmen wollen und sie der Christenheit zueignen. Nein, wo der Herr Israel eine Verheißung, einen Trost giebt, da wollen wir es gern anerkennen, und ihnen lassen, was der Herr ihnen bestimmt hat. Wenn also der Herr Israel eine Pflanzung seiner Wonne nennt, da wollen wir Israel diese Benennung nicht streitig machen; müssen uns aber um so mehr wundern, daß der Vers, des Peßachwortes mit dem Rechte seiner Erstgeburt so leichtsinnig umgehen sollte, da er doch sonst nicht so freigebig ist und sich sein bescheidenes Theil gern zucignet, ja nach unsrer Meinung oft viel mehr begehrt, als ihm nach biblischem Recht zukommt. Oder sollte der Vers, in Absicht auf Jes. 5 sich seines guten Rechtes grade begeben, und uns Heivenchristcn und Heidenvölker auf einmal mit ihm theilen lassen, weil dort eine schwere Klage des Herrn über Israels Sünde enthalten ist, weil Israel statt guter Trauben nur Heerlinge brachte und nun der Herr mit seinen Gerichten drohte? Oder sollte der Verf. nicht wissen, daß Jes. 5 von Israel handle? Oben haben wir allerdings einige Beispiele gesehen, daß er sich auch irren kann. Jedenfalls sind wir nach dem ganzen Ton und Geist der Allgemeinen Zeitung deS Judenthums keine solche Liebe und Zärtlichkeit gewohnt, wie der Verf. in seinem Peßachworte aussprechen würde, wenn er allen Ernstes uns für „eine Pflanzung der Wonne Gottes" erkennen und erklären würde, und wenn dieser erste Theil des Peßachwortes die Menschheit im Allgemeinen bezeichnen sollte. — Versteht aber nicht vielleicht der Verf. unter der Menschheit nur Israel, daß Israel gleichsam der Repräsentant der Menschheit ist, Israel, wie wir später noch hören werden, das Volk „vor allen Völkern und nach allen Völkern," der Kern der Menschheit? Eine mitunter etwas verblümte Sprache, ein Ausdruck, der nicht gleich jedem Goi deutlich ist, scheint der Allgemeinen Zeitung des Judenthums nicht zu fehlen. So lesen wir

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.