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Dibre Emeth · 1857-01-01 · 8-9 (1857) · page 24

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
13 (1857)
Issue
8-9 (1857)
Date
1857-01-01
Page
– (sequence 24)
Language
German
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136 bezeichnen, und die in „Humanität, Recht u. s. w. prangende Flur der Menschheit" nur das Volk Israel sein? Mancherlei Umstände scheinen in der Thal diese Vermuthung zu bestätigen. Wäre dies der Fall, dann hätte sich die Freundlichkeit und Liebe, die Sympathie und Lobrednerei des Vers, für und auf die Menschheit in die allergemeinste und niedrigste Heuchelei und schändliche Bosheit verwandelt. Während wir Nichtjuden uns eingebildet hätten in dem ersten Theil dieses Peßachwortes auf einmal mit so großer Milde und Gunst behandelt worden zu sein, würde nun am Schlüsse dieses Theiles der Pferdefuß doch noch zum Vorschein kommen. Doch nicht umsonst hat der Vers, die Worte: denn immer wieder kommt aus den Schneeregionen jenes Mittelalters mit gesperrter Schrift drucken lassen. In dieser Befürchtung werden wir bestärkt, wenn wir an das jüdische Peßach überhaupt denken. Wie kommt dies auf einmal dazu, eine „Bürgschaft, ein Pfand" für uns zu sein, daß wir nicht altern, nicht sterben? Wir werden um so mehr in dieser Befürchtung bestärkt durch die Schlußworte des ersten Theiles des Peßachwortes, welche also lauten: „Nein, nein! es giebt kein Altern, kein Greisen, kein Absterben in der Menschheit. Dieses Peßach der vier Jahrtausende ist Euch Bürgschaft — es mag bisweilen ein Winter auch für sie kommen, aber dann auch Frühling gewiß, ein immer neues Aufblühen mit neuer Entfaltung des Geistes, in frischen Völkerstämmen und herrlicher und inhaltsreicher als alle früheren Frühlinge, denn die Menschheit ist Gotteswerk, i'xiVNv xtA die Pflanzung seiner Wonne, unvergänglich". Der hebräische Ausdruck: „Die Pflanzung seiner Wonne" findet sich Jes. 5, 7. wo Luther die Worte übersetzt hat: zarte Faser; ein ähnlicher: „Kind seiner Wonne," steht Jer. 31, 20. In beiden Stellen beziehen sich die Worte nur auf Israel, nicht aber auf die Menschheit im Allgemeinen. Denn in Jes. 5 wird Israel als der Weinberg des Herrn dargestellt und es heißt ausdrücklich: des Herrn Zebaoth Weinberg aber ist das Haus Israel und die Männer Juda die Pflanzung seiner Wonne. Eben so klar ist es in Jer. 31, wo Gott sagt: Ist nicht Ephraim mein theurer Sohn und ein Kind meiner Wonne, oder wie Luther sagt: mein trautes Kind. Wir gehören nicht zu

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